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Musophobisch determinierte Aversion

2026-03-28 21:35

Ihr sorgt Euch noch um das schriftliche Dividieren? Ein Augenzeugenbericht über eine Studiums-Werbeveranstaltung für Schüler*innen hat mir die Augen geöffnet: Unsere klassische Computerwelt mit Verzeichnissen, Dateien, Maus und physischer Tastatur, Hauptmenü, E-Mail, DVDs, Druckern, USB-Sticks, Backups und höchstpersönlichen lokalen Daten ist dem Untergang geweiht. Sie erleiden das Schicksal von Rechenschieber und VHS-Cassette.

Für jüngere Generationen existieren nur noch Smartphones und Tablets. Eine der vielen daraus resultierenden Forschungsfragen: Welche Auswirkungen hat die Größe des Bildschirms auf Lesen, Schreiben, Denken?

Außerdem wird die technische Basis mehr und mehr verborgen: Um wirklich Dateien zu sehen, muss man erst eine App installieren; den Befehl Speichern gibt es nicht mehr; wenn man ein Foto verschicken will, muss man das nicht erst manuell von einem Aufnahmeprogramm in ein Mailprogramm verfrachten; Bedienungsanleitungen sind durch Hörensagen abgelöst; und so weiter.

KI vergrößert die Entfernung von der technischen Basis dann noch mal massiv: Ungewollt mitfotografierte Passant*innen wegtippen; Kamera auf das Essen halten und angezeigt bekommen, ob Gluten drin ist; Video-Aufnahmen auf Knopfdruck Social-Media-tauglich machen; Hausaufgaben, Lerntagebücher, Klausuren und Abschlussarbeiten nicht mehr zeitvergeudend selbst schreiben; und so weiter.

Das Ganze ist so magisch, dass es sich gar nicht mal lohnt, anfangen zu wollen, das zu verstehen. Natürlich kann man im Informatik-Unterricht binär zählen oder ein künstliches Neuron aufmalen oder den üblichen Unsinn über das wahrscheinlichste nächste Token erzählen. Nur fühlt sich das an, als ob eine Ameise die Welt umwandern will.

Eine Analogie aus meinen Zeiten: Was macht der Taschenrechner, wenn man die Taste sin drückt? Ich habe eine grobe Idee, was da früher mal passiert ist. (Bevor es jemand kommentieren muss: Ja, man kann alternativ mit einer großen Tabelle von Koeffizienten für eine Polynomnäherung niedrigen Grades an einer großen Zahl von Stützstellen arbeiten.) Aber wie man das heute macht? Keine Ahnung! Es funktioniert halt einfach so, zumindest halbwegs. Vielleicht gibts auf der Welt nur noch ein Dutzend Ingenieur*innen, die wissen, wie die aktuellen Prozessoren superdupereffizient den Sinus ausrechnen. (Hoffentlich sitzen die nie alle zur selben Zeit im selben Raum!)

Ein großer Vorteil von Smartphones und Tablets besteht darin, dass sie viel geschmeidiger agieren, wenn es um die alternativlosen Maßnahmen der unterstützenden Vorsorge wie Chatkontrolle, Mindestalter, Klarnamenpflicht und die normative Restriktion der visuellen Exploitation feminin attributierter Geschlechtsmerkmalskomplexe geht. Linux auf dem Desktop ist dagegen ein klares Verdachtsmoment. Wer nichts zu verbergen hat, braucht keine Gardinen und auch kein Linux!

Nebenbei bemerkt: Kleine und große Geräte mit kommerziellen Betriebssystemen lassen sich seitens Betriebssystemhersteller*in per Update aus der Ferne stilllegen. Microsoft übt diesbezüglich ja regelmäßig den Ernstfall. Das lässt in mir die Frage aufkommen, warum Regierende diese Funktionalität nicht taktisch einsetzen.

Übrigens ist auch Linux nicht unkaputtbar, so lange man noch die opaken Microcode-Updates für den Prozessor bezieht. RISC-V aus einer heimischen Foundry wäre vielleicht etwas robuster. Aber Capybara/Mythos lässt sowieso (werbetrommelmäßig überhöht?) für Linux dank des offenen Quellcodes vernichtende Zero-Days erwarten. Für kommende KI-Modelle muss die EU-Kommission zwangsläufig eine Art Waffenschein einführen. Hier schließt sich der Kreis zu den mater*paternalistisch behüteten Smartphones und Tablets. Denen gehört aus vielerlei Gründen die Zukunft!

Und am Aufmacherbild oben sieht man wieder mal, dass KI nur auswendig lernt und nix, aber auch gar nix versteht!!1!

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