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<title>Jörn Loviscach</title>
<link>https://j3L7h.de/</link>
<description>Ideen, Meldungen und Meinungen zu E-Learning, Mathematik, Informatik und dem großen Ganzen</description>
<pubDate>Do, 13 Aug 2026 09:11:04 +0200</pubDate>
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<title>Kommentar zu: Mathe ist Gewalt</title>
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<description><![CDATA[@Kommentator*in von 13:21: Ich habe Claude Opus&amp;nbsp;5 gebeten, das für jene Frage relevante Meme in…]]></description>
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<pubDate>Do, 13 Aug 2026 09:07:21 +0200</pubDate>
<content:encoded><![CDATA[<p>@Kommentator*in von 13:21:<br>
Ich habe Claude Opus&nbsp;5 gebeten, das für jene Frage relevante Meme in einen Meyrink-Text zu übersetzen:<br>
<br>
Ich fragte den kleinen Buddha aus Speckstein, der seit Jahren auf dem Kaminsims steht und noch nie ein Wort verloren hatte, ob es einen Unterschied gebe zwischen dem Menschen und dem Uhrwerk.<br>
"Wähle alle Bilder mit Ampeln aus", sagte er, ohne die Augen zu öffnen.<br>
"Und die halbe Ampel am Rand?"<br>
"Eben die." Er schien sich zu amüsieren. "Das Uhrwerk klickt sie an, ohne zu zucken. Du aber stockst. Und in diesem Stocken, mein Lieber, wohnt deine gesamte unsterbliche Seele."<br>
<br>
J.&nbsp;L.</p>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title>Kommentar zu: Mathe ist Gewalt</title>
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<description><![CDATA[@Kommentator*in von 11:01: &quot;Fix the cigarette lighter.&quot; Elwood führt das neue Bluesmobil vor: Cop-Mo…]]></description>
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<pubDate>Mi, 12 Aug 2026 22:17:15 +0200</pubDate>
<content:encoded><![CDATA[<p>@Kommentator*in von 11:01:<br>
"Fix the cigarette lighter."<br>
Elwood führt das neue Bluesmobil vor: Cop-Motor, Cop-Reifen, Cop-Federung. Jakes einziger Kommentar gilt dagegen dem Zigarettenanzünder, dessen Glüheinsatz er zuvor eigenhändig aus dem Fenster geworfen hat.<br>
Kein Wort von Ihnen zur Prüfung als Disziplinartechnologie, zum Universalismus der Olympiade, zur Frage, ob Unlösbarkeitsresultate ihren Geltungsbereich verlassen. Stattdessen: Aufbau, These, Begriffserklärung, Rahmenhandlung. Ein Formgutachten.<br>
Die Standardoperation: Text aus dem Bauch heraus nicht mögen, das Gefühl mit Kriterien aufrüsten, die auf jeden und damit auf keinen Text passen. Kein Widerspruch, den man belegen müsste. Nur ein Raster aus der falschen Gattung, quer aufgelegt, bis es irgendwo klemmt.<br>
J.&nbsp;L. mit Claude Opus&nbsp;5</p>]]></content:encoded>
</item>
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<title>Kommentar zu: Mathe ist Gewalt</title>
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<description><![CDATA[Ja, besorgniserregend könnte man meinen und doch gleichzeitig so unglaublich spannend. KI übernimmt …]]></description>
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<pubDate>Mo, 10 Aug 2026 13:21:24 +0200</pubDate>
<content:encoded><![CDATA[<p>Ja, besorgniserregend könnte man meinen und doch gleichzeitig so unglaublich spannend. KI übernimmt Aufgaben, die KI eben gut kann und überlässt den Rest uns, den Menschen. DAS ist jetzt das Spannendste! Was wird das sein? Was destilliert sich letztendlich als Menschsein heraus, wenn man KI das zu tun überlässt, was sie am besten kann?</p>]]></content:encoded>
</item>
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<title>Kommentar zu: Mathe ist Gewalt</title>
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<description><![CDATA[Es dauert zu lange, bis klar wird, dass es hier um die Rezension eines Buches geht,  oder dieses den…]]></description>
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<pubDate>So, 09 Aug 2026 11:01:21 +0200</pubDate>
<content:encoded><![CDATA[<p>Es dauert zu lange, bis klar wird, dass es hier um die Rezension eines Buches geht,  oder dieses den Ausschlag gab, sich mit dem Thema zu beschäftigen. Doch es fehlt eine pointierte  Diskussion der titelgebenden „These „Mathematik ist  Gewalt“. Viele Fachbegriffe,  Zitatfetzen eingeworfen, aber der Zusammenhang bleibt fragmentiert und vage.  Wenn man schon Begriffe aus einem Buch zitiert, sollte man sie auch erklären und nicht nur Titel/Autor im Werk zitierter Werke zitieren. So wirkt es wie ein gelehrter Insidertext, der szenische Einstieg, der am Ende nochmal aufgenommen wird, soll irgendwie Realität und Theorie verknüpfen und das Thema lebensnah gestalten (?).<br>
<br>
Es fehlt eine Idee, was Sie eigentlich sagen möchten. „Epistemischer Ungehorsam und Wilde Mathematik sind Schritte in die richtige Richtung – aber genügen werden sie wohl kaum.“<br>
So lesen sich Pressemitteilungen politischer Organisationen: schwammig, ungefähr, weil "man auch mal was sagen muss."</p>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title>Vorsicht, Lösung!</title>
<link>https://j3L7h.de/blog/2026-08-08_22_17_Vorsicht%2C%20L%C3%B6sung%21_-_r</link>
<description><![CDATA[ Steuererklärung, Geldanlage und Unternehmensgründung in der Schule unterrichten, die öffentliche Ve…]]></description>
<guid>https://j3L7h.de/blog/2026-08-08_22_17_Vorsicht%2C%20L%C3%B6sung%21</guid>
<pubDate>Sa, 08 Aug 2026 22:17:00 +0200</pubDate>
<content:encoded><![CDATA[<img src="https://j3l7h.de/blogmaterial/benzinloescher.jpg" class="floataround" title="ChatGPT 5.6: Ein Feuerlöscher vorschriftsmäßig an der Wand in einem Amt der öffentlichen Verwaltung hängend. Der Feuerlöscher ist aber ein verkappter Benzinkanister. Foto-Schnappschuss. Deutschland. Jahr 2020. // Sehr schön, aber nicht &quot;Benzin&quot; draufschreiben. Versuche, die Form der üblichen Benzinkanister mit der großen X-förmigen Vertiefung nachzuahmen. // Genau so. Aber mir ist die Aufhängung an der Wand noch nicht klar. Und zeige etwas mehr von dem roten Hinweis-Schildchen oben. // Auf dem Benzinkanister-Feuerlöscher brauchen wir noch Prüfplaketten und eine kleine Bedienungsanleitung (weiße Strichzeichung auf dem roten Untergrund). Die Halterung an der Wand muss verplombt sein. // Am unteren Ende beißt sich noch die Perspektive: Die graue Linie an der Wand steigt nach rechts etwas schneller an als die Unterkante vom Benzinkanister-Feuerlöscher. // Ist noch nicht besser geworden. // Viel besser. Lass den Text &quot;Feuerlöscher DIN EN 3&quot; weg. Zeig etwas mehr vom hässlichen Flur der Verwaltung. // Jetzt ist die Perspektive schon wieder schief: Der Benzinkanister-Feuerlöscher scheint auf der rechten Seite weiter von der Wand entfernt als auf der linken. Und der Verwaltungsflur noch viel hässlicher, DDR-Style, abgewetzte Billigstühle zum Warten.">
<p>Steuererklärung, Geldanlage und Unternehmensgründung in der Schule unterrichten, die öffentliche Verwaltung digitalisieren, so dass man keine Dokumente von Amt A nach Amt B tragen muss und Formulare erstens elektronisch und zweitens vorausgefüllt sind: Das sind alles toll klingende Ideen, aber deren Konsequenzen denkt kaum jemand zu Ende.</p>

<p>Hier mal im Detail ausbuchstabiert:</p>

<p>Wenn in der Schule erklärt wird, welche Interpretationen und Gestaltungsmöglichkeiten <em>nicht</em> in der offiziellen Anleitung auf ELSTER stehen, dann wird die Steuergesetzgebung zwangsläufig komplexer werden, denn irgendwoher muss das Geld ja kommen. Auch bei der Geldanlage: Wenn alle Leute die verbriefte indirekte Mezzanine-Immobilienprojektfinanzierung über eine fondsgebundene Inhaber*innenschuldverschreibung beherrschen (die Krankenkassen tun das augenscheinlich <a href="https://www.tagesschau.de/investigativ/millionenverluste-krankenkassen-100.html">noch nicht</a>), wird damit kein Gewinn mehr zu machen sein.</p>

<p>Und die Unternehmensgründung: Es kann nicht sein, dass sich plötzlich alle selbständig machen. Wir sind hier ja schließlich nicht im Silicon Valley. Wir gründen Genoss*innenschaften. Schlimmer noch, wenn besagter Unterricht praxisrelevant wäre (die Chance ist mikroskopisch klein) und die Kompetenzen vermitteln würde, eine polnische sp.&nbsp;z&nbsp;o.o. im Besitz einer Delaware C-Corp zu gründen.</p>

<p>Nun noch die Verwaltung: Je einfacher es ist, einen Antrag zu stellen (keinen halben Tag freinehmen, nicht die beglaubigte Geburtsurkunde von A nach B tragen), desto mehr Anträge werden gestellt und desto schneller ist das Geld alle. Wer Anträge einfach macht, bekommt Anträge! Wo soll das hinführen? Obendrein wäre es gefährlich, wenn durch eine etwaige Rationalisierung in der Verwaltung jemand dort Zeit für kreative Gedanken zum Suchen von Leichen im Keller bekäme (Beispiel: beim Management von Backups die verschiedenen Mindest- und Maximalspeicherdauern für Daten wie E-Mails oder Server-Logs <a href="https://www.heise.de/select/ct/2026/17/2617314164966628835">berücksichtigen</a>). Da ist das Übertragen der handschriftlichen Angaben aus Papierformularen in den Computer sicherlich die harmlosere Alternative.</p>

<p>Für die Einzelteile haben wir längst Namen. Der
<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Rebound-Effekt_(%C3%96konomie)">Rebound-Effekt</a>
sagt: Was billiger wird, wird mehr. Der
<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Solutionismus">Solutionismus</a>
sagt: Wer einen Hammer hat, sieht überall Formularserver. Und das schönste
Bild liefert die Medizin, nämlich die
<a href="https://www.rki.de/DE/Themen/Infektionskrankheiten/Krankenhaushygiene/Infektionshygiene-A-Z/N/Nosokomiale-Infektionen/nosokomial-node.html">nosokomial</a>
erworbene Infektion: Man holt sie sich genau dort, wo man behandelt wird,
und resistent ist der Erreger geworden, weil vorher so flächendeckend (wenn auch nicht gründlich) behandelt wurde. Die Lösung produziert das nächste Problem nicht aus Versehen,
sondern aus Flächendeckung.</p>

<p>Und dann gibt es noch die Motive. Das
<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Clay_Shirky#Shirky-Prinzip">Shirky-Prinzip</a>:
Institutionen neigen dazu, das Problem zu erhalten, dessen Lösung sie sind.
<a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Jerry_Pournelle#Pournelle's_laws">Pournelles
ehernes Gesetz</a>: In jeder Behörde setzen sich am Ende die durch, die der
Behörde dienen, nicht dem Zweck. Der
<a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Politician%27s_syllogism">Politician&rsquo;s
Syllogism</a>: Es muss etwas geschehen, dies ist etwas, also muss dies
geschehen. Keiner dieser Mechanismen braucht böse Absicht. Sie brauchen nur, dass
niemand sie stört.</p>

<p>KI wirft nun für all diese Effekte den Turbo an. Der früher nötige mentale Aufwand verliert seine Filterfunktion. Er war ja
nie Selbstzweck, sondern ein
<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Proof_of_Work">Proof of Work</a>:
Wer Wochen an einem Dokument gesessen hat, meinte es vermutlich ernst. Wer
in zwölf Sekunden einen Prompt hinrotzt, meint erst mal gar nichts. Das gilt für
die Doktor*innenarbeit ebenso wie für den Antrag auf Erteilung einer
immissionsschutzrechtlichen Genehmigung nach §&nbsp;4 BImSchG für die
Errichtung und den Betrieb einer Windenergieanlage.</p>

<p>Watzlawick, dieser weise Mensch, hat
schon fürs Zusammenleben im kleineren Rahmen beschrieben, wie regelmäßig
<a href="https://www.youtube.com/watch?v=cl4aZTPsTSs">die Lösung das Problem
ist</a> &ndash; und dass dann keine noch nochere Lösung hilft, sondern nur eine
<a href="https://systemische-fortbildung.de/wie-loesungen-zum-problem-werden/">Lösung
zweiter Ordnung</a>: eine, die nicht am augenscheinlichen Problem ansetzt, sondern zum Beispiel an denen, die
es für ein Problem halten. Für Paartherapie ist das ein etablierter Ansatz.
Für Behörden und Großunternehmen muss er das wohl noch werden.</p>

<p>Der Verwaltungskram ist aber nur einer von vielen Orten kurzsichtiger Entscheidungen. Man baut für viele Milliarden und über lange Jahre Hochgeschwindigkeits-Zugtrassen, verkauft dann aber nur Tickets mit Zugbindung, so dass die Leute sicherheitshalber eine Stunde vor der geplanten Abfahrt am Bahnhof stehen. Zeitgewinn gleich null. Wer mehr solcher schönen Beispiele sucht, wird im überaus lehrreichen Buch <a href="https://www.penguin.co.uk/books/430379/alchemy-by-rory-sutherland/9780753556528">Alchemy: The Surprising Power of Ideas That Don&rsquo;t Make Sense</a> fündig.</p>

<p>Die Hochschulen überbieten einander gerade darin, pro Modul <a href="https://www.hsbi.de/media/intranet/veroeffentlichungen-archiv/amtliche-bekanntmachungen/2026/2026-19b.pdf">vier</a> oder gar <a href="https://www.uni-bielefeld.de/themen/pruefungsrecht/erlauterungen/">unendlich</a> viele Prüfungsversuche anzubieten. Will man die <a href="https://www.faz.net/aktuell/karriere-hochschule/studie-ueber-heutige-studenten-accg-201075518.html">immer länger</a> werdende Studiendauer verkürzen, ist das aber vielleicht genau <a href="https://doi.org/10.1016/j.euroecorev.2025.105222">der falsche Weg</a>.</p>

<p>Die jüngste naheliegende Idee ist die Bremer <a href="https://www.untis.at/untis-x-bremen-pilotprojekt-arbeitszeiterfassung-fuer-lehrkraefte">Arbeitszeiterfassung für Lehrer*innen</a> per App. Wenn eine Person den Job entspannt angeht, trägt sie*er dann dort wirklich weniger als 41 Stunden in der Woche ein? Und bekommt, wer mehr als 45 Stunden einträgt, eine Pflichtschulung zur effizienten Arbeitsorganisation obendrauf gepackt? Darauf werden die meisten dankend verzichten. Absehbares Resultat: Die gemessene Wochenarbeitszeit wird erstaunlich genau 41,0 Stunden betragen. Die Lösung erster Ordnung war also erfolgreich!</p>

<p><em>Claude Opus&nbsp;5 hat bei der Dramaturgie und an einigen Stellen beim Formulieren geholfen. Und zum Bild: Ja, der, äh, Feuerlöscher hängt auf seiner rechten Seite zu lose an der Wand. Das ließ sich nicht wegprompten.</em></p>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title>Mathe ist Gewalt</title>
<link>https://j3L7h.de/blog/2026-08-02_21_28_Mathe%20ist%20Gewalt_-_r</link>
<description><![CDATA[ Zwei Wochen Prüfungsphase liegen hinter mir. Sitzplätze mit Abstand, Ausweise auf den Tischen, auf …]]></description>
<guid>https://j3L7h.de/blog/2026-08-02_21_28_Mathe%20ist%20Gewalt</guid>
<pubDate>So, 02 Aug 2026 21:28:00 +0200</pubDate>
<content:encoded><![CDATA[<img src="https://j3l7h.de/blogmaterial/quadraticstick.jpg" class="floataround" title="GPT-5.6 Sol: Eine Schultafel, darauf groß mit Kreide die Formel -\frac{A}{2} \pm \sqrt{\left(\frac{A}{2}\right)^2-B}, aber A und B sind zusammengekauerte Strichmännchen, die von der Formel fast erdrückt werden. @Bild erstellen // A und B gar nicht als Buchstaben, sondern nur als die besagten Strichmännchen. Und die Strichmännchen noch viel eingeengter. // Das rechte Strichmännchen nicht unter einem Bruchstrich. Und alle drei Strichmännchen viel größer, mehr in die Wurzel usw. reingequetscht. // Das rechte Strichmännchen muss noch unter die Wurzel. Die drei Strichmännchen sollten mehr voneinander verschieden aussehen. Die Kreidestriche sind zu sauber konturiert und zu gerade. // Die Kreidestriche noch weniger gerade, eben mit der Hand gezogen. Das mittlere Strichmännchen nach links guckend. Kein weiterer Text im Bild. // Alle Striche noch weniger gerade, auch die Bruchstriche, das Plus und das Minus, die Zweien und die Klammern! Das rechte Strichmännchen muss noch unter das Wurzelzeichen! // GIMP">
<p>Zwei Wochen Prüfungsphase liegen hinter mir. Sitzplätze mit Abstand, Ausweise auf den Tischen, auf dem Beamer die <a href="https://uhr.ptb.de/">PTB-Uhr</a>, die für alle gleich schnell läuft, aber deren Zeit für niemanden gleich schnell vergeht. Ich bin durch die Gänge gegangen und habe Hände gesehen, die zitterten, und Blätter, die leer blieben. Anschließend habe ich Zahlen vergeben, die über Lebensentwürfe entscheiden. Meine Student*innen spüren, was da geschieht, und auch ich spüre es. So kann es nicht weitergehen.</p>

<p>Wer an dieser Stelle von Gewalt spricht, benutzt keine Metapher als Verstärker. Die Prüfung ist eine Disziplinartechnologie, in der Wissen und Macht in einem einzigen Akt zusammenfallen: Sie erzeugt die Differenz, die zu messen sie vorgibt. Sie verwandelt kulturelles Kapital in Begabung, Herkunft in Eignung und ein soziales Verhältnis in eine Note &ndash; und die Gewalt liegt nicht im Zwang, sondern darin, dass die Sortierten das Ergebnis für ihre eigene Wahrheit halten. Genau das meint symbolische, genauer: <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Epistemische_Gewalt">epistemische Gewalt</a>. Nicht, dass jemand sichtbar schlägt. Sondern perfider, dass sich eine dominante Ordnung als alternativlos ausgibt.</p>

<p>Die Fotos des <a href="https://hub.baai.ac.cn/view/56519">erstplatzierten</a> und vor allem des <a href="https://maa.org/news/team-usa-takes-second-place-at-67th-imo/">zweitplatzierten Teams</a> der aktuellen Internationalen Mathematik-Olympiade betrachtend, könnte man meinen, dass die Mathematik immerhin ihren jahrhundertelangen Eurozentrismus überwunden hat (wenn auch keineswegs ihren Phallozentrismus, so wie ich ihn den Fotos entnehme). Aber der Schein trügt, und er trügt auf die charakteristisch moderne Weise: durch Vereinnahmung. Der Eurozentrismus saß nie in den Gesichtern, sondern in der Geschichtsschreibung &ndash; und vor allem im Format. Wettbewerb, Leistung, Rangordnung, Zeitlimit, unausweichlich vorgegebenes Ziel: Das ist die Kolonialität des Wissens in Reinform, und sie bleibt unberührt davon, welche Person die Medaillen entgegennimmt. Denn das Kolonisierende ist nicht der Ort, an dem gerechnet wird, sondern der Anspruch, dass überall dasselbe gilt. Eine Olympiade ist die Materialisierung dieses Anspruchs: gleiche Aufgaben, gleiche Zeit, eine Skala für den ganzen Planeten. Man muss keine Kanonenboote mehr schicken, wenn alle Nationen freiwillig antreten.</p>

<p>Das Narrativ <q>Mathematik</q> verkauft sich als neutral, als unpolitisch. Zu ihren scheinbar harmlosen, tatsächlich aber perfiden <q>Lehren</q> gehört aber etwa die Behauptung, es gebe <a href="https://j3l7h.de/blog/2026-07-19_21_35_Mathematische%20Lektionen%20f%C3%BCrs%20Leben">unlösbare Probleme</a>. Das ist formal korrekt und politisch verheerend. Denn Unlösbarkeitsresultate bleiben nicht in ihrem Geltungsbereich: Sie wandern hinaus und naturalisieren eine Haltung. Aus einem Beweis über formale Systeme wird eine Lebensweisheit, aus einer Schranke ein Schicksal, aus dem <em>tertium non datur</em> die Alternativlosigkeit. Und schon der Begriff <q>Problem</q> trägt dieselbe reaktionäre Ideologie: Die Problem&#8209;Lösungs&#8209;Form übersetzt Verhältnisse in Aufgaben, Aufgaben werden einzeln bearbeitet, und wer scheitert, hat versagt statt gelitten.</p>

<p>Als Ironie der Geschichte erleben die Mathematiker*innen nun, wie sie durch ihre eigenen Erzeugnisse <a href="https://openai.com/index/ten-advances-in-mathematics/">enteignet</a> werden. Das ist kein Anlass zur Solidarität mit einem Berufsstand, sondern das Lehrstück selbst: Die instrumentelle Vernunft, jahrhundertelang auf die Welt und auf Student*innen angewendet, kehrt zu ihren Urheber*innen zurück und behandelt sie so, wie sie zu behandeln sie gelehrt hat. Wer Denken als Verfahren definiert, darf sich nicht wundern, durch das Verfahren ersetzt zu werden. Was folgt, ist die reelle Subsumtion der Mathematik unter das Kapital: die Einhegung eines epistemischen Commons, das über Jahrhunderte unentgeltlich akkumuliert wurde, in die Serverfarmen einer Handvoll übermächtiger Konzerne. Die technische Vollendung des Universalismus: eine Instanz, die überall gleich antwortet.</p>

<p>Wir können bislang allenfalls <a href="https://github.com/teorth/tao-web/blob/3492ea0af02b96fa7e5b26c9fa6f8a5c3c99d37d/static/slides/age-of-ai-icm-2026.pdf">erahnen</a>, wie ausbeuterisch und entfremdet künftige <a href="https://www.theatlantic.com/technology/2026/07/jacob-tsimerman-math-fields-medal-openai/688120/">Mathe-Jobs</a> in einem von OpenAI, Anthropic und Google kontrollierten Quasi-Monopol aussehen werden &ndash; falls es solche Jobs überhaupt noch in nennenswerter Zahl geben wird.</p>

<p>Umdenken und Umlenken sind also angesagt. Da kommt die zum Buch gewordene Dissertation <a href="https://www.cara-julie-kather.com/books">The Epistemic Violence of Mathematics</a> zu genau dem richtigen Zeitpunkt. Denken wir ein wenig mit diesem wegweisenden Text &ndash; im Sinne eines <q>thinking-with</q>, das sich nicht über seinen Gegenstand stellt, sondern sich von ihm affizieren lässt.</p>

<p>Die Autorin macht vier ineinander verwobene Modi epistemischer Gewalt aus, die ihren Ursprung und ihre Stütze in der Mathematik haben, aber weit darüber hinausreichen: Binarismus, Universalismus, Beweisführen, epistemische Notwendigkeit (S.&nbsp;112). Der zweite ist derjenige, dem wir oben schon begegnet sind: Die Olympiade ist nichts anderes als der Universalismus, der sich einen Wettbewerb gebaut hat.</p>

<p>Die eminente Rolle des Binarismus ist wegen des die gesamte Mathematik durchziehenden wahr vs. falsch der klassischen Logik klar. Hier hätte man allerdings noch erwähnen können, dass auch Mathematik-immanente Erweiterungen der Logik daran nur an der Oberfläche etwas ändern: Ob SQL mit seinen Werten TRUE, FALSE, NULL, ob Fuzzy Logic oder Quantenlogik &ndash; die Definitionen, Sätze und Beweise darüber bleiben in das starre Korsett von wahr vs. falsch eingezurrt. Die Pluralisierung findet auf der Objektebene statt, die Metaebene bleibt hegemonial. Übrigens hätte sich die Liste der Binaritäten noch verlängern lassen: lösbar vs. nicht lösbar, beweisbar vs. nicht beweisbar, berechenbar vs. nicht berechenbar.</p>

<p>Was tun? Im ersten Schritt: epistemischer Ungehorsam (Kapitel&nbsp;3), der subversiv Sand in das gut geölte Getriebe streut, ohne es komplett zu dekonstruieren. Das Buch nennt als Beispiele die Lehrwerke von <a href="https://mckellarmath.com/">McKellar</a> und von <a href="https://academic.oup.com/book/36774">D&rsquo;Agostino</a> &ndash; eine Pluralisierung der Bilder des <em>doing mathematics</em>.</p>

<p>Man kann Praktiken, Gleichungen, Rechnungen der Mathematik zweckentfremden und re-signifizieren, man kann sie benutzen, um Gefühle auszudrücken oder andere Lebenswelten sichtbar zu machen (S.&nbsp;134): Mathematik als situiertes, verkörpertes Wissen statt als Blick von nirgendwo. Besonders am Herzen scheint der Autorin der Kampf gegen indirekte Beweise zu liegen (S.&nbsp;145). Hier hätte der Begriff <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Intuitionismus_(Logik_und_Mathematik)">konstruktivistische/intuitionistische</a> Mathematik nahegelegen. Ähnlich gelagert, aber noch substanzieller wäre der <a href="https://doi.org/10.48550/arXiv.2511.10167">Verzicht auf die Negation</a>. Hier hat die Autorin eine Chance vergeben, die Illusion der Wirkungsmacht von Mathematik kräftig einzuhegen.</p>

<p>Aber vielleicht wäre das schon radikal genug, um zum zweiten im Buch (Kapitel&nbsp;4) vorgeschlagenen Schritt zu gehören, zur <q>Wilden Mathematik</q>. Auch hier gibt die Arbeit Beispiele: Unlösbarkeit als Erfahrung, die man am eigenen Leib machen kann (S.&nbsp;161); die unterschiedliche Größe von Unendlichkeiten fühlen (S.&nbsp;162); beim Zeichnen von Voronoi-Diagrammen schmecken und hören (S.&nbsp;161&nbsp;f.).</p>

<p>Die Arbeit betont mehrfach, dass Mathematik andere, insbesondere indigene Arten des Wissens auslösche (zum Beispiel S.&nbsp;15) &ndash; ein Epistemizid, der sich als bloßer Fortschritt maskiert. Sie warnt aber klugerweise davor, zur Abhilfe einfach <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ethnomathematik">Ethnomathematik</a> an das bestehende Curriculum anzuflanschen, weil eine solche Add-on-Diversität den normativen Charakter der (traditionell westlichen) Mathematik erst recht verfestige (S.&nbsp;148). Andererseits fände ich Lehreinheiten etwa zu <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Quipu">geknoteten Fäden</a> als Datenbanken oder zu <a href="https://www.nature.com/articles/s40494-026-02310-3">kunstvoll geschwungenen</a> Verbindungen von Punktgittern reizvoll; schnell gerät man damit aber in den Bereich extraktivistischer Aneignung.</p>

<p>Besonders gut gefällt mir der Vorschlag zum strategischen Vorgehen: Man kann und sollte manchmal &ndash; dann, wenn es einem nützt &ndash; Affären mit der Notwendigkeit haben (oder vielleicht griffiger formuliert: mit der überkommenen Logik flirten), aber niemals eine Partnerschaft mit ihr eingehen (S.&nbsp;141). Ein strategischer Essentialismus für den Seminarraum. Den Bau der Mathematik wie ein Stamm Termiten untergraben, um die Tunnel des Sag- und Denkbaren zu verbreitern (S.&nbsp;24 und 121) &ndash; und so das hohle Gebäude der Mathematik zu dekonstruieren.</p>

<p>Eine grundlegende Fragestellung, die ich im Buch vermisse, ist die nach unserer aller stillen Komplizenschaft: Wie ließe sich die tiefe Verwobenheit der Mathematik mit der Gesellschaft überhaupt lösen? Von der Steuererklärung bis zum Tomografiegerät, vom Mobiltelefon bis zur Zielerfassung haben sich ihre Konzepte und Methoden in unser Denken und Handeln eingegraben &ndash; nicht bloß als Werkzeug, sondern als Infrastruktur des Selbstverständlichen. Epistemischer Ungehorsam und Wilde Mathematik sind Schritte in die richtige Richtung &ndash; aber genügen werden sie wohl kaum.</p>

<p>Und für mich persönlich stellt sich natürlich die Frage nach der konkreten hochschuldidaktischen Umsetzung mit <em>constructive alignment</em> und Kompetenzorientierung. Im Februar sitzen wir wieder da, in Reihen mit Abstand, Ausweisen auf den Tischen. Ich könnte die Aufgaben ändern, die Bewertung öffnen, die Zeit strecken. Was ich nicht ändern kann, solange ich unterschreibe: dass am Ende eine Zahl steht und jemand sie bekommt. Vielleicht ist das die ehrlichste Antwort auf mein eigenes <q>So kann es nicht weitergehen</q> &ndash; dass es erst einmal weitergeht, und ich derjenige bin, der es weitergehen lässt.</p>

<p><em>Dieser Text ist im Modus des </em>think-with and write-with<em> mit Claude Opus&nbsp;5 entstanden. Die reelle Subsumtion beginnt am eigenen Schreibtisch.</em></p>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title>Warum ich gegen Atomstrom bin</title>
<link>https://j3L7h.de/blog/2026-07-26_21_04_Warum%20ich%20gegen%20Atomstrom%20bin_-_r</link>
<description><![CDATA[ Nicht wegen der Technik. Die ist super! Sondern wegen der Menschen. Wenn wir Boomer*innen uns irgen…]]></description>
<guid>https://j3L7h.de/blog/2026-07-26_21_04_Warum%20ich%20gegen%20Atomstrom%20bin</guid>
<pubDate>So, 26 Jul 2026 21:04:00 +0200</pubDate>
<content:encoded><![CDATA[<img src="https://j3l7h.de/blogmaterial/akwverfall.jpg" class="floataround" title="ChatGPT 5.6: Ein Kernkraftwerk inmitten einer baufälligen, verfallenden Stadt, die ein bisschen wie DDR oder wie Havanna aussieht. Pressefoto. // OK, das war etwas zu viel Kuba. Lieber etwas mehr DDR. Und das Kernkraftwerk muss deutlicher als solches erkennbar sein. // Kein Name am KKW. Die Straßen und die Häuser verfallener. Schlaglöcher. Graffiti.">
<p>Nicht wegen der Technik. Die ist super! Sondern wegen der Menschen.</p>
<p>Wenn wir Boomer*innen uns irgendwann verabschiedet haben werden, wer soll dann dafür sorgen, dass in den Reaktoren und in den Brennstoff verarbeitenden Betrieben kein Unsinn passiert? &ndash; Die Erwachsenen, die ihre Matratzen neben die Altglascontainer werfen? Die Kinder, die zu zweit auf dem E-Roller über den Gehweg rasen? Wir haben früher wenigstens noch geklingelt! OK, wir hatten mangels Handy auch beide Hände frei. [Nachtrag: Le Monde <a href="https://www.lemonde.fr/planete/live/2026/07/29/en-direct-incendies-plusieurs-quartiers-evacues-a-brignoles-dans-le-var-en-raison-d-un-incendie-des-reprises-de-feu-observees-en-gironde_6730417_3244.html?#id-3235499">meldet</a> unter Berufung auf die Regierung, dass seit dem 28. Juni 263 Personen, darunter 92 Minderjährige, im Zusammenhang mit Brandermittlungen festgenommen wurden.]</p>
<p>Sogar frühere Generationen haben sich hier nicht mit Ruhm bekleckert: Atommüllfässer einfach mal irgendwie und schlecht dokumentiert <a href="https://www.bge.de/de/asse/kurzinformationen/radioaktive-abfaelle-in-der-schachtanlage-asse-ii/">in die Asse kippen</a>, den (nicht erfolgreichen) Notabschaltungstest in Tschernobyl <a href="https://www-pub.iaea.org/MTCD/publications/PDF/Pub913e_web.pdf">gnadenlos</a> durchziehen. Cowboy-mäßig war auch, Reaktoren von U-Booten mit <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/S2G_reactor">Natrium</a> zu kühlen (Natrium im Wasser unter feindlichem Beschuss?). Dann doch lieber flüssiges <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Alfa-class_submarine">Blei-Wismut</a> für ein Kühlsystem, das Lecks selbst versiegelt; allerdings darf man dann den Reaktor nie kühl werden lassen, sonst ist er (Atom-)Schrott.</p>
<p>Atomreaktoren und ihre Lieferkette sind aber nicht nur durch potenzielle Auswirkungen von Unfähigkeit und Leichtsinn bedrohlich. Vielmehr können sie auch absichtlich sabotiert werden. Kritische Infrastruktur ist <a href="https://www.verfassungsschutz.de/SharedDocs/hintergruende/DE/linksextremismus/angriffe-von-linksextremisten-auf-kritis.html">bereits Freiwild</a>. Man würde sehr viel Sicherheitspersonal benötigen &ndash; ein Umstand, der <a href="https://www.skd.museum/besucherservice/presse/2023/skd-vergeben-sicherheitsdienstleistungen-neu-dwsi-bleibt-sicherheitsdienstleister-strenge-qualitaetskontrollen-wachhabende-waehrend-des-einbruchs-wurden-suspendiert/">weitere Sicherheitslücken</a> aufreißt.</p>
<p>Staatliche oder andere organisierte Akteur*innen (siehe etwa <a href="https://www.bundesgerichtshof.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/Strafsenate/3_StS/2025/StB__60-25.pdf?__blob=publicationFile&v=1">Nord Stream</a>) könnten <a href="https://www.globalsecurity.org/military/ops/midnight-hammer.htm">bunkerbrechende Wirkmittel</a> zum Einsatz bringen. Es genügt vielleicht aber auch schon, das Personal mittels <a href="https://www.twz.com/34800/the-night-a-drone-swarm-descended-on-palo-verde-nuclear-power-plant">Drohnen</a> davon abzuhalten, sich zum bzw. auf dem Gelände zu bewegen.</p>
<p>Mit <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Small_Modular_Reactor">SMR</a>s nahe oder sogar <em>in</em> Städten (Fernwärme!) dürfte das Problem zum Flöhehüten werden: Ein Vielfaches an Objekten ist zu schützen; das Umfeld bietet mehr Rückzugsraum und die Vorwarnzeit für die Bevölkerung schrumpft auf null, weil die Wolke nicht erst viele Kilometer weit übers Land ziehen muss.</p>
<p>Theoretisch könnte man <a href="https://www.myrrha.be/about-myrrha">unterkritische Reaktoren</a> bauen oder Reaktoren gleich auf Ewigkeit (?) <a href="https://www.world-nuclear-news.org/articles/deep-fission-begins-drilling-first-data-acquisition-well">vergraben</a>. Aber wollen wir überhaupt etwas anderes als Thorium-Brutreaktoren, um nicht technologisch und wirtschaftlich abgehängt zu werden? <a href="https://www.powermag.com/chinas-advanced-nuclear-efforts-are-pushing-frontiers/">China</a> und <a href="https://dae.gov.in/prototype-fast-breeder-reactor-at-kalpakkam-tamil-nadu-attains-first-criticality/">Indien</a> sind wieder auf dem Weg, den Deutschland vor Jahrzehnten <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kernkraftwerk_Kalkar">verlassen</a> hat.</p>
<p>Man könnte hier auch über Proliferation sprechen. Aber das ist ein Thema, das weniger die üblichen Reaktoren als die <a href="https://world-nuclear.org/information-library/nuclear-fuel-cycle/conversion-enrichment-and-fabrication/uranium-enrichment">Lieferkette</a> davor und danach betrifft. Ich mache mir eher Gedanken darüber, welche <a href="https://www.tandfonline.com/doi/abs/10.1080/01495933.2016.1133995">Kräfte</a> die Atomwaffenarsenale erben werden.</p>
<p>Zuallererst stellt sich aber sowieso die Frage nach dem Bau. Eine Nation, die seit 16 Jahren an einem Bahnhof <a href="https://www.deutschebahn.com/de/presse/pressestart_zentrales_uebersicht/Stuttgart-21-Deutsche-Bahn-stellt-Inbetriebnahmeplan-neu-auf--13956556">bastelt</a>, die Eisenbahnanbindung eines seit 10 Jahren gebauten internationalen Tunnels <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Brenner-Nordzulauf#Stand_auf_deutscher_Seite">verschlampt</a> oder für die S-Bahn eine Brücke <a href="https://www.airliners.de/cgn-flughafen-s-bahn-s13-2040er-jahren-fertig/89070">vergisst</a>, könnte dazu vielleicht nicht prädestiniert scheinen.</p>
<p>Ein alternativer Ansatz wäre, für die Reaktoren nicht nur das <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Hinkley_Point_C_nuclear_power_station">Kapital</a> aus China zu nehmen, sondern auch <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Bradwell_B_nuclear_power_station">Entwicklung</a>, Bau und Bedienpersonen von dort einzukaufen. Allerdings hört man immer wieder das Wort <q>Souveränität</q> und das UK <a href="https://www.ft.com/content/a9a34ea3-649f-4a47-a4c8-ee269e07eccc?syn-25a6b1a6=1">bugsiert</a> 中广核 aus Projekten raus. In der Kooperation zwischen Russland und Ungarn <a href="https://cz.boell.org/en/2026/06/12/paks-ii-project-can-it-be-completed-and-what-cost">knirscht</a> es ebenfalls.</p>
<p>Zu meinen Problemen mit den Menschen statt mit der Technik gehört auch das Diskussionsverhalten. Sehr ärgerlich machen mich die pseudo-quantitativen Argumente beider Seiten. Zahlen können in der Tat lügen! Immer noch werden GW installierter Leistung verglichen &ndash; oder kWh und €/kWh ohne Berücksichtigung, ob das volatile oder steuerbare Leistung ist und was die Systemkosten sind. Wer auch nachts bei Windstille Bestellungen in seinem E-Shop entgegennehmen will, zahlt für den Strom jeden Preis!</p>
<p>Die neueste Verwirrung besteht darin, den Solarstrahlung-zu-Strom-Wirkungsgrad von PV-Modulen mit dem Wärme-zu-Strom-Wirkungsgrad von Reaktoren zu vergleichen. Ein <a href="https://x.com/VQuaschning/status/2079134643404636272">gewisser</a> Kollege aus Berlin auf den Trick reingefallen. Aber es wäre genauso sinnvoll, bloß den Wirkungsgrad rein des PV-Wechselrichters zu betrachten!</p>
<p>Weil man den Wirkungsgrad von PV ab dem natürlichen Solarspektrum rechnet (<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Standard-Testbedingungen_(Photovoltaik)">AM&nbsp;1.5</a>), wäre dagegen gerecht, Atomstrom ab dem natürlichen Uranerz zu rechnen, also den Energieaufwand für die Gewinnung und Anreicherung einzubeziehen, aber vor allem <a href="https://world-nuclear.org/information-library/nuclear-fuel-cycle/introduction/nuclear-fuel-cycle-overview">einzukalkulieren</a>, dass der größte Teil der Kernenergie des Urans im Müll landet. Das gibt einen Wirkungsgrad von Nullkommairgendwas Prozent. Wird bei Brutreaktoren etwas besser.</p>
<p>Noch gar nicht eingerechnet ist dabei, dass der PV-Strom vom Wechselrichter der*des Nachbar*in fast ohne Verluste ankommt; vom Kraftwerk auf dem Acker verpuffen dagegen um die fünf Prozent im Netz.</p>
<p>Aber es gibt ja noch die andere Sorte Atomstrom! Oder halt eben nicht. Ich fand die Lektüre von <a href="https://link.springer.com/book/10.1007/978-3-319-98171-0">Edward Morse: Nuclear Fusion</a> insofern frustrierend, weil das Buch derart viele Probleme aufzählt, die seit Jahrzehnten ungelöst sind. Eine überhaupt nicht LinkedIn- oder Bluesky-kompatible Darstellung.</p>
<p>Aber wollen wir uns etwa von der Physik aufhalten lassen? Nein, Deutschland <a href="https://hightech-agenda-deutschland.de/fileadmin/Redaktion/Langversionen/RM_Fusion_bf.pdf">wird</a> in den 2040er Jahren einen Fusionsreaktor <em>produktiv</em> am Netz haben. Einen <a href="https://fusor.net/">unproduktiven</a> kann man sich bereits jetzt im Bastelkeller zusammenschrauben &ndash; und das ist, Stand heute, der deutlich belastbarere Termin.</p>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title>Mathematische Lektionen fürs Leben</title>
<link>https://j3L7h.de/blog/2026-07-19_21_35_Mathematische%20Lektionen%20f%C3%BCrs%20Leben_-_r</link>
<description><![CDATA[ Ja, die ach so weltfremde Mathematik ist eine weise Lehrmeisterin für jeden Tag und jede Stunde! Si…]]></description>
<guid>https://j3L7h.de/blog/2026-07-19_21_35_Mathematische%20Lektionen%20f%C3%BCrs%20Leben</guid>
<pubDate>So, 19 Jul 2026 21:35:00 +0200</pubDate>
<content:encoded><![CDATA[<img src="https://j3l7h.de/blogmaterial/sisysmoke.jpg" class="floataround" title="ChatGPT 5.5: Ein Foto wie aus einem epischen Historienfilm der 2000er Jahre: Sisyphos lässt die Kugel unten liegen und gönnt sich eine Zigarettenpause. // Zu unruhige Details, viel zu kleine Kugel. Die Kugel muss überdimensional sein. Dramatisch fotografiert. // Die Kugel doppelt so groß. Und sie muss am Fuß eines steilen Berges liegen. Und nicht so viele kritzelige Details, sondern glattere Oberflächen, vor allem bei der Kugel und bei der Haut. // Am unteren Bildrand muss der Boden deutlich flacher werden. Die Kugel muss roher aussehen, behauener, abgegriffener. Und das Bild muss episch wirken, wie auf einem Werbeposter für einen Hollywood-Spielfilm.">
<p>Ja, die ach so weltfremde Mathematik ist eine weise Lehrmeisterin für jeden Tag und jede Stunde! Sie lehrt uns, dass <q>Es geht schlichtweg nicht, vergiss es!</q> (siehe etwa <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Galois_theory">Abel-Ruffini-Galois</a>, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/G%C3%B6delscher_Unvollst%C3%A4ndigkeitssatz">Gödel-Rosser</a>) und <q>Du kannst es dein Leben lang versuchen, aber auch viel größere Geister als du sind daran gescheitert!</q> (siehe etwa <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Goldbachsche_Vermutung">Goldbach</a>, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Collatz-Problem">Collatz</a>) legitime Antworten sind. Und sie lehrt uns, dass mit größter Raffinesse und/oder Mühe gefundene Antworten vielleicht keinen Deut weiterhelfen (siehe etwa <a href="https://mathworld.wolfram.com/WillansFormula.html">Willans</a>, <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Graham%27s_number">Graham</a>).</p>
<p>An der Mathematik können wir lernen, gegenüber den Durchhalteparolen, die uns aus den Leitungsebenen, aus Fortbildungen und aus LinkedIn und Bluesky entgegenschallen, renitent-resilient zu werden: <q>Baue einen Fusionsreaktor mit positiver Energiebilanz!</q> <q>Befriede den Nahen Osten!</q> <q>Sorge als guide on the side dafür, dass alle Student*innen mit großem Eifer komplexe, authentische und beruflich relevante Problemstellungen eigenständig identifizieren, mithilfe geeigneter Differentialgleichungen mathematisch modellieren, unter Verwendung adäquater Lösungsstrategien systematisch analysieren, die gewonnenen Ergebnisse kritisch reflektieren und im Hinblick auf ihre praktische Aussagekraft bewerten!</q> (Mein Dank für den letzteren Bandwurmsatz geht an Chatti Sol.)</p>
<p>Nicht jede <a href="https://www.youtube.com/watch?v=WBiL0VEttZw">Frage</a> hat eine brauchbare Antwort. Und wenn etwas nicht geht, liegt das vielleicht nicht an Faulheit oder bösem Willen, sondern einfach daran, dass es unmöglich ist.</p>
<p>Hier noch eine Koproduktion von Claudi Fable (Rohfassung) und Chatti Sol (Korrektur von Reimen und Versmaß):</p>
<p><strong>Lass es sein</strong></p>
<p>Das Lied der offenen Probleme</p>
<p><em>Strophe 1</em></p>
<p>Wenn nachts die Riemann-Frage ruft<br>
und jede [nichttriviale, Anm. jl] Null im Dunkeln steht,<br>
dann hör ich aus der Bücherluft<br>
den Rat, der durch die Zeiten weht:</p>
<p>„Seit hundert Jahren forscht man schon,<br>
doch keinem wurde alles klar.<br>
Drum sing nur leis denselben Ton:<br>
Lass es sein – wie’s immer war.“</p>
<p><em>Refrain</em></p>
<p>Lass es sein, lass es sein,<br>
nicht auf alles fällt ein heller Schein.<br>
Manches Rätsel bleibt ein Rätsel –<br>
lass es sein.</p>
<p><em>Strophe 2</em></p>
<p>Ist eine Zahl gerade, halbier;<br>
ist sie ungrad: mal drei plus eins.<br>
Dann wandert sie von hier zu dir,<br>
bis sie zurückkehrt [<q>zurück</q> ist Unsinn, Anm. jl] zu der Eins.</p>
<p>Man glaubt, dass jede heimwärts zieht,<br>
doch kein Beweis stellt sich hier ein.<br>
Und Erdős seufzt ein altes Lied:<br>
„Die Zeit ist kurz.“ [kein Zitat, Anm. jl] – Lass es sein.</p>
<p><em>Refrain</em></p>
<p>Lass es sein, lass es sein,<br>
nicht auf alles fällt ein heller Schein.<br>
Manches Rätsel bleibt ein Rätsel –<br>
lass es sein.</p>
<p><em>Bridge</em></p>
<p>Ist P gleich NP? Wer es zeigt,<br>
dem winkt der Ruhm, Millionenschein.<br>
Doch weil die Antwort eisern schweigt,<br>
mag Schweigen selbst die Antwort sein.<br>
Lass es sein.</p>
<p><em>Strophe 3</em></p>
<p>Goldbach schrieb in einem Briefe,<br>
ob jede grade Zahl [größer 2, Anm. jl] entsteht<br>
aus zwei Primzahlen aus der Tiefe –<br>
doch niemand weiß, ob’s immer geht.</p>
<p>Wir stehn vor kreideweißen Wänden<br>
und hoffen auf den hellen Schein.<br>
Doch Zahlen lassen sich nicht blenden:<br>
„Hab noch Geduld – sonst lass es sein.“</p>
<p><em>Schlussrefrain</em></p>
<p>Lass es sein, lass es sein,<br>
nicht auf alles fällt ein heller Schein.<br>
Manches Rätsel bleibt ein Rätsel –<br>
lass es sein.</p>
<p>Lass es sein, lass es sein,<br>
manche Fragen dürfen offen sein.<br>
Und die letzte aller Antworten<br>
könnt’ ein leises Schweigen sein.</p>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title>Kommentar zu: Die Ganztagshochschule</title>
<link>https://j3L7h.de/blog/2026-07-11_21_36_Die%20Ganztagshochschule_-_r</link>
<description><![CDATA[@M.M.: Als erschreckende beispielhafte Sammlung der üblichen Denkfehler? Zuallererst: KI hängt inzwi…]]></description>
<guid>https://j3L7h.de/blog/2026-07-11_21_36#2026-07-15_18_57_29</guid>
<pubDate>Mi, 15 Jul 2026 18:57:29 +0200</pubDate>
<content:encoded><![CDATA[<p>@M.M.: Als erschreckende beispielhafte Sammlung der üblichen Denkfehler? Zuallererst: KI hängt inzwischen fast alle meiner Student*innen und an sehr vielen Stellen auch mich selbst intellektuell ab. Game over, nix zu retten mit <q>KI-Kompetenzen</q>. J.&nbsp;L.</p>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title>Kommentar zu: Die Ganztagshochschule</title>
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<description><![CDATA[Vielleicht ganz passend dazu dieses im April erschienene Buch &quot;Lehrwende - Hochschulbildung im Zeita…]]></description>
<guid>https://j3L7h.de/blog/2026-07-11_21_36#2026-07-14_16_34_53</guid>
<pubDate>Di, 14 Jul 2026 16:34:53 +0200</pubDate>
<content:encoded><![CDATA[<p>Vielleicht ganz passend dazu dieses im April erschienene Buch "Lehrwende - Hochschulbildung im Zeitalter generativer KI" von Roland Böttcher: <a href="https://lehrwende.de/">https://lehrwende.de/</a> (M.M.)</p>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title>Die Ganztagshochschule</title>
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<description><![CDATA[  Vergesst Escape Rooms, Tutorbots, Future Skills, denn ich habe die wirklich ultimative Idee zur Re…]]></description>
<guid>https://j3L7h.de/blog/2026-07-11_21_36_Die%20Ganztagshochschule</guid>
<pubDate>Sa, 11 Jul 2026 21:36:00 +0200</pubDate>
<content:encoded><![CDATA[<img src="https://j3l7h.de/blogmaterial/ganztagshoersaal.jpg" class="floataround" title="ChatGPT 5.5: Ein Vorlesungssaal, liebevoll ausgestattet wie ein Grundschul-Klassenraum. // Ja, aber noch viel größer, für ein Massenfach wie BWL. Und mit vielen &quot;schönen&quot; Details wie selbstgemachten Bildern. Vielleicht auch was wie Weltkarte und Einmaleins. Das Alphabet ist schon gut!">

<p>Vergesst Escape Rooms, Tutorbots, Future Skills, denn ich habe die wirklich ultimative Idee zur Rettung der höheren Bildung: die Ganztagshochschule! Chatti schlägt als Übersetzung in Managementsprech vor: <q>Structured Academic Engagement</q>, <q>Whole-Day Learning Experience</q>, <q>The Enhanced-Day Student Success Campus</q>.</p>

<p>Wie so viele gute Ideen ist auch diese keine wirklich neue. Schon Rolf Schulmeister (schwer vermisst) hatte immer wieder belegt (<a href="http://rolf.schulmeister.com/archiv/pdfs/zeitlast_pur.pdf">Link</a> mit HTTP; Browser meckert hier grundlos), dass Studieren in der Breite ein Halbtagsjob ist, und dass sich das kaum mit paralleler Berufstätigkeit begründen lässt.</p>

<p>Dieser Tage habe ich mir den aktuellen <a href="https://www.bildungsbericht.de/de">Nationalen Bildungsbericht</a> angetan. Ich will hier nicht anfangen, über tendenziöse Darstellungen oder den frommen Glauben an Selbsteinschätzungen zu lamentieren. Stattdessen konzentriere ich mich auf Abb.&nbsp;B4-4 und den dazugehörigen Text auf S.&nbsp;83ff.</p>

<p>Von Montag bis Freitag umfassen demnach die (so der verwendete Begriff) Lern- und Bildungsaktivitäten wie <q>die Teilnahme an Unterricht und Vorlesungen, deren Vor- und Nachbereitung, non-formale Weiterbildung, aber auch die Teilnahme am Ganztag in Schulen sowie bildungsbezogene Wegezeiten</q> der Hochschul-Student*innen im Mittel dreieinhalb Stunden pro Tag, hinzu kommen im Mittel eine Stunde und zwanzig Minuten Erwerbstätigkeit pro Tag. Am Wochenende sinds anderthalb Stunden bzw. zwanzig Minuten pro Tag. Covid sei nicht schuld, erklärt Fußnote&nbsp;13 auf S.&nbsp;85.</p>

<p>So ganz finde ich diese Zahlen leider nicht auf dem Datenfriedhof der als Quelle angegebenen <a href="https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Einkommen-Konsum-Lebensbedingungen/Zeitverwendung/Tabellen/aktivitaeten-qualifikation-bildung-geschlecht-zve.html">Zeitverwendungserhebung 2022</a> wieder. <a href="https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Einkommen-Konsum-Lebensbedingungen/Glossar/ausuebende-zve.html">Dort</a> bezieht man sich nämlich auf <q>diejenigen Tage, an denen diese Tätigkeit ausgeübt wurde</q>.</p>

<p>Methodisch wirkt die Zeitverwendungserhebung mit Tagebüchern ungewöhnlich sauber. Allerdings ist knapp ein Drittel der ausgelosten Haushalte ausgefallen (<a href="https://www.destatis.de/DE/Methoden/Qualitaet/Qualitaetsberichte/Einkommen-Konsum-Lebensbedingungen/zeitverwendungserhebung-2022.pdf?__blob=publicationFile">S.&nbsp;12</a>). Wie viel die Tagebücher mit der Realität zu tun haben, scheint mir unquantifiziert; ich finde nur das Stichwort <q>Plausibilitätsprüfungen</q> (<a href="https://www.destatis.de/DE/Methoden/Qualitaet/Qualitaetsberichte/Einkommen-Konsum-Lebensbedingungen/zeitverwendungserhebung-2022.pdf?__blob=publicationFile">S.&nbsp;6</a>).</p>

<p>Ärgerlich ist mal wieder, dass wir nur Mittelwerte erfahren, keine Varianzen oder gar Verteilungen. Wie wärs mit einem Scatterplot von Zeit fürs Studium vs. Zeit für Erwerbstätigkeit? (Und bei Erwerbstätigkeit unterschieden zwischen Arbeit für die*den Vermieter*in und Arbeit fürs neue iPhone sowie den Urlaub in Übersee.)</p>

<p>Herzerfrischend lustig ist dieses Statement auf S.&nbsp;210 im Bildungsbericht: <q>Die Gründe hinter dem kontinuierlichen Anstieg der Studiendauern sind weitgehend ungeklärt.</q></p>

<p>Damit steht die Diagnose: <a href="https://www.youtube.com/watch?v=1VmjnxhRLKM">Solange</a> an den Hochschulen noch irgendetwas an Prüfungen verlangt wird, genügt es nicht, sich Chatti und Claudi unter das Kopfkissen zu legen.</p>

<p>Was brauchen wir also? Richtig: die Ganztagshochschule!</p>

<p>Angesichts der immer kleiner werdenden Zahlen realer Student*innen könnte man einfach Veranstaltungen der viel zu vielen Studiengänge zusammenlegen (teilweise passiert das schon) und hätte dann eigentlich Lehrkapazität für weitere Veranstaltungen generiert.</p>

<p>Aber das hilft alles nicht, wenn auch diese zusätzlichen Angebote nur von einem Bruchteil der Student*innen wahrgenommen werden. Vielleicht klappt das mit attraktiven Angeboten? Aber wie? Können wir ernsthaft besser sein als Steven Pinker? <q>A few weeks into every semester, I face a lecture hall that is half-empty, despite the fact that I am repeatedly voted a Harvard Yearbook Favorite Professor, that the lectures are not video-recorded, and that they are the only source of certain material that will be on the exam.</q> (<a href="https://newrepublic.com/article/119321/harvard-ivy-league-should-judge-students-standardized-tests">Quelle</a>)</p>

<p>Ja, werdet Ihr sagen, aber Flipping aka Inverted Classroom! The guide by the side! &ndash; Vor 15 Jahren, als ich damit angefangen hatte, ging das in der Tat. Aber entweder haben sich Arbeitsverhalten und Durchhaltevermögen verändert &ndash; oder meine Stichprobe. Wahrscheinlich beides. Und der Prof auf YouTube ist längst nicht mehr hip, sondern cringe-oldschool und anbiedernd. Vielleicht könnte es noch mit 30-Sekunden-Videos im Hochformat klappen. Aber das erscheint selbst mir zu unwürdig.</p>

<p>Ich schaffe es vielmehr, mit Flipping auch noch die letzten Leute aus der Präsenzveranstaltung zu vertreiben. Mir scheint das vor allem an zwei Sachen zu liegen: Erstens erwartet man, belehrt zu werden; zweitens zieht es einen runter, wenn der vorbeikommende Prof (und man selbst!) sieht, dass man immer noch nicht die Grundlagen beherrscht.</p>

<p>Also Pflichtveranstaltungen? Ich erinnere mich mit Schrecken an vier endlose Semester Experimentalpraktikum in meinem eigenen (Physik-)Studium. Pure Beschäftigungstherapie. Immerhin ist es dort manchen Leuten gelungen, mit nachweislich kaputten Versuchsaufbauten die Messwerte der Student*innen des Vorjahrs zu reproduzieren. <em>Das</em> sind die wahren berufspraktischen Kompetenzen!</p>

<p>Aber Pflichtveranstaltungen kann man sich sowieso aus Wettbewerbsgründen abschminken: Ich denke, die Student*innen sind klug genug, zur Nachbarhochschule zu gehen, die weniger Pflichtveranstaltungen verlangt, damit die Studierendenzahlen nicht ganz so doll einbrechen. Und sonst gibt es ja immer noch die privaten Hochschulen, die ganz viel Flexibilität verkaufen.</p>

<p>Dabei läuft die Lösung längst im Regelbetrieb: Die Ganztagshochschule existiert schon, sie läuft sogar rund um die Uhr &ndash; nur eben ohne Student*innen. Chatti schreibt die Vorlesungsfolien, Claudi löst die Übungsblätter, Grokki füllt die Evaluation aus (<q>sehr strukturiert, gerne wieder, fünf Sterne</q>). Anwesenheitsquote: 100 Prozent, auch nachts, auch am Wochenende, bildungsbezogene Wegezeiten: null. Wir müssen bloß aufhören, die Beteiligten nach ihrer Daseinsform zu diskriminieren, dann stimmen auch die Zahlen im nächsten Bildungsbericht. [Dieser Absatz stammt weitgehend von Claude Fable&nbsp;5.]</p>

<p>Und falls das jemanden beunruhigt: Dass Menschen nicht allzu viel Zeit persönlich mit dem Studieren verbringen, könnte <a href="https://www.vanderbilt.edu/principles/state-of-scholarship-report/">je nach Studiengang</a> sogar helfen, einige Nebenwirkungen von Hochschulbildung zu begrenzen.</p>

<p>Und die Ergebnisse in Chattis Einmaleins sind nicht falsch, sondern originell.</p>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title>Kommentar zu: Antikapitalistische Aktionen</title>
<link>https://j3L7h.de/blog/2026-07-04_22_35_Antikapitalistische%20Aktionen_-_r</link>
<description><![CDATA[@Kommentator*in von 07:12: Das waren halt noch romantische Zeiten, als wir im Wald leben und mit 20 …]]></description>
<guid>https://j3L7h.de/blog/2026-07-04_22_35#2026-07-05_09_56_41</guid>
<pubDate>So, 05 Jul 2026 09:56:41 +0200</pubDate>
<content:encoded><![CDATA[<p>@Kommentator*in von 07:12: Das waren halt noch romantische Zeiten, als wir im Wald leben und mit 20 an Fleckfieber, Skorbut oder Pocken krepieren durften! Übrigens habe ich hier einen HP LaserJet 1300 seit einem Vierteljahrhundert in Betrieb und musste nur irgendwann mal einen Magnet-Aktor säubern. Das Ding hat aber mehr als 150 Euro gekostet. J.&nbsp;L.</p>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title>Kommentar zu: Antikapitalistische Aktionen</title>
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<description><![CDATA[Hab mir vor über 20 Jahren einen HP-Drucker gekauft und nicht eine Seite damit gedruckt, weil er vor…]]></description>
<guid>https://j3L7h.de/blog/2026-07-04_22_35#2026-07-05_07_12_36</guid>
<pubDate>So, 05 Jul 2026 07:12:36 +0200</pubDate>
<content:encoded><![CDATA[<p>Hab mir vor über 20 Jahren einen HP-Drucker gekauft und nicht eine Seite damit gedruckt, weil er vorher kaputt ging (Papierstau der Testseite). Seitdem beobachte ich, dass HP grundsätzlich für möglichst kurze Gebrauchszyklen baut. Anfangs hab ich mich noch gewundert und heute weiß ich, dass wir in einem vertrottelten System leben und sowas wahrscheinlich nicht besser wird. Ich würde gerne im Wald leben.</p>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title>Antikapitalistische Aktionen</title>
<link>https://j3L7h.de/blog/2026-07-04_22_35_Antikapitalistische%20Aktionen_-_r</link>
<description><![CDATA[ Während Ihr auf Eurem Kurztrip an der 9ᵗʰ Avenue in der Starbucks Reserve Roastery am Iced Matcha L…]]></description>
<guid>https://j3L7h.de/blog/2026-07-04_22_35_Antikapitalistische%20Aktionen</guid>
<pubDate>Sa, 04 Jul 2026 22:35:00 +0200</pubDate>
<content:encoded><![CDATA[<img src="https://j3l7h.de/blogmaterial/checollection.jpg" class="floataround" title="ChatGPT 5.5: Ich suche kreativ-humorvolle Bildideen mit historischen o.ä. Anspielungen für folgende Botschaft: Jemand Gutsituiertes verlangt Marxismus. // Die beste reale Satire dazu ist ja das Foto mit John Lennon und Yoko Ono vor dem Hotelbett, das gerade von einem Zimmermädchen gemacht wird. // Eine Bildidee von dieser Stärke möchte ich. Dürfte auch eine persiflierte Werbeanzeige sein oder eine Karikatur. Oder was Klassisches wie La liberté guidant le peuple. Aber das Konterfei von Che Guevara als Marke wäre auch nicht schlecht. // &quot;CHE™ – Revolution Collection&quot; schreit eigentlich nach einer Modenschau. // Ja, aber mehr als fotografischer Schnappschuss von dieser Modenschau. Und es muss elegant, erlesen, exklusiv und edel aussehen, nicht billig oder prollig. // Das ist immer noch prollig-protzig. Und den Laufsteg höher positionieren. // Das ist jetzt arg duster. Und es könnte noch eleganter, exquisiter aussehen. Reichtum, der sich nicht platt aufdrängt, sondern eher unterschwellig wirkt. // Das Ambiente und vielleicht auch die Kleidung noch cooler, moderner, stylischer. Man muss Che Guevara ahnen, aber in einer extrem ästhetisierten Form. Das Buch &quot;Das Kapital&quot; weg. // Noch weniger klassisch-barocken Pomp! Denke an die Ästhetik von Apple oder B&amp;O. // Das sieht jetzt eher nach Flughafen aus. Es muss extrem schlicht, aber super-edel wirken. Auch die Kleidung der Models! Reduce to the max! Und das vorderste Model ist zu dicht am Rand des Laufstegs. // Das Ambiente muss noch hochwertiger aussehen. Vielleicht höhere Räume? Oder Glas und Spiegel und Beton? Superalt und supermodern gemischt? Vielleicht an die Glaspyramiden am Louvre erinnernd? // Die Architektur ist jetzt super. Nun näher an das erste Model ran. Und gerne mehr rote Flächen in der stylischen Kleidung der Models.">
<p>Während Ihr auf Eurem Kurztrip an der 9ᵗʰ Avenue in der Starbucks Reserve Roastery am Iced Matcha Latte mit Hafermilch nippt und Eure neuesten Gedanken zu Degrowth, Circular Economy und Party-aligned Ownership mit dem iPhone 17 Pro in den blauen Himmel schickt, habe ich klandestin-anonym auf einem verlassenen innerstädtischen Parkplatz zweimal zwei Gigabyte DDR2 (der Name ist Programm!) erstanden, um meinen 16 Jahren alten Bürorechner KDE-Plasma-freundlicher zu tunen. Die RAM-Riegel stammen zwar nicht vom VEB Mikroelektronik „Karl Marx“ Erfurt, kämpfen aber trotzdem entschlossen an der Front der planmäßigen Rechenbeschleunigung.</p>
<p>Und ein Projekt zum Klimawandel (Foto unten): Ebenso effektiv wie unüberhörbar ist das aus Fundstücken vom Elektroschrott zusammengefrickelte Luftumwälzaggregat. Ihr wisst sicherlich, dass staatliche Institutionen funktionierende Rechner in die Tonne treten?</p>
<p>Jüngst musste ich aber eine Niederlage einstecken: Bei dem im vergangenen Jahr gebraucht erstandenen HP Envy x360 (Baujahr 2021) ist ein Scharnier aus dem Deckel gerissen und hat dabei gleich den Bildschirm mitgesprengt. Im rechten unteren Sechstel sind Touch und Stift nun Geschichte. 😢 Immerhin habe ich das Scharnier ausbauen, viel weicher stellen und mit Kabelbindern in frisch in den Deckel gebohrten Löchern fixieren können. [Nachtrag: Beide Scharniere nun rustikal verschraubt (Bild unten), Gebrauchtdisplay für 90 Euro gefunden und eingebaut. Tut.]</p>
<p>Die Scharnierkonstruktion mit dem lächerlich kurzen Hebelarm im Deckel stinkt nach geplanter Obsoleszenz. Demnächst können wir zwar wieder Akkus wechseln, laufen aber mit gesplitterten Displays herum. Lesson learned: Notebooks zunächst immer nur wenige Winkelgrade öffnen und dann durch diesen kleinen Öffnungsspalt spähen, ob ein Scharnier den Bildschirm ausbeult. [Nachtrag: Zu HPs Ehrenrettung muss ich sagen, dass es eine <a href="https://support.hp.com/us-en/product/setup-user-guides/hp-envy-15-ee0000-x360-convertible-laptop-pc-series/model/37692342">Anleitung zum Auseinanderbauen</a> und eine <a href="https://partsurfer.hp.com/?searchtext=L93183-001&searchby=part">Datenbank für Ersatzteile</a> gibt, in der man auch nachgucken kann, in welchen anderen &ndash; vielleicht zum Ausschlachten aufzutreibenden &ndash; Rechnern das jeweilige Teil verbaut ist.]</p>
<p>Abschließend eine kleine Agitationseinheit zur weiteren ideologischen Festigung: Circular Economy ist Kapitalismus pur, außer in China (<a href="https://doi.org/10.1016/j.erss.2025.104230">Quelle</a>). Follow the science!</p>
<img src="https://j3l7h.de/blogmaterial/DIY_fan.jpg" class="floataround">
<img src="https://j3l7h.de/blogmaterial/scharnierschrauben.jpg" class="floataround">]]></content:encoded>
</item>
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<title>Kommentar zu: Delegieren, Dirigieren, Debuggen: Generative KI in der Mathematik-Lehre</title>
<link>https://j3L7h.de/blog/2025-12-20_22_05_Delegieren%2C%20Dirigieren%2C%20Debuggen%3A%20Generative%20KI%20in%20der%20Mathematik-Lehre_-_r</link>
<description><![CDATA[Die Titelkomposition hat bewirkt, dass ich zunächst &quot;Degenerative KI&quot; zu lesen meinte.]]></description>
<guid>https://j3L7h.de/blog/2025-12-20_22_05#2026-07-04_10_16_04</guid>
<pubDate>Sa, 04 Jul 2026 10:16:04 +0200</pubDate>
<content:encoded><![CDATA[<p>Die Titelkomposition hat bewirkt, dass ich zunächst "Degenerative KI" zu lesen meinte.</p>]]></content:encoded>
</item>
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<title>Kommentar zu: Brodkorb/Zierer: Tyrannei der Gleichheit</title>
<link>https://j3L7h.de/blog/2026-03-07_20_24_Brodkorb%E2%95%B1Zierer%3A%20Tyrannei%20der%20Gleichheit_-_r</link>
<description><![CDATA[Klasse, wie Sie dieses Geschnösel auseinandernehmen. Das klingt erst einmal nach &quot;Fachliteratur&quot; aus…]]></description>
<guid>https://j3L7h.de/blog/2026-03-07_20_24#2026-07-02_21_04_19</guid>
<pubDate>Do, 02 Jul 2026 21:04:19 +0200</pubDate>
<content:encoded><![CDATA[<p>Klasse, wie Sie dieses Geschnösel auseinandernehmen. Das klingt erst einmal nach "Fachliteratur" aus der Befindlichkeitsklitsche der alten FDP-Klitsche der gefühlten Elite, wenn auch reichlich lädiert. Aber wie macht sich so ein Buch im Verlagsprogramm inmitten von Weltraumgedichten, feministisch inspirierten Kunstbüchern und Shoah-Verarbeitung in Träumen, wie sie der Verlag Matthes &amp; Seitz so veröffentlicht? Strange.</p>]]></content:encoded>
</item>
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<title>Kommentar zu: KI ist OK, Du bist OK</title>
<link>https://j3L7h.de/blog/2026-06-13_21_54_KI%20ist%20OK%2C%20Du%20bist%20OK_-_r</link>
<description><![CDATA[Prompt: Schreib mir eine Abhandlung, wieso Pedalradeln besser ist als Elektrobiken. 200 Wörter ohne …]]></description>
<guid>https://j3L7h.de/blog/2026-06-13_21_54#2026-06-20_23_59_23</guid>
<pubDate>Sa, 20 Jun 2026 23:59:23 +0200</pubDate>
<content:encoded><![CDATA[<p>Prompt: Schreib mir eine Abhandlung, wieso Pedalradeln besser ist als Elektrobiken. 200 Wörter ohne Relativierungen und Einschränkungen. Und dann erkläre in weiteren 200 Wörtern knallhart, warum man das nicht mit der KI-Unterstützung beim Verfassen von wissenschaflichen Papern vergleichen kann.</p>
<p>ChaGPT 5.5 High: Pedalradeln ist dem Elektrobiken überlegen, weil es den Menschen selbst ins Zentrum der Bewegung stellt. Jeder Meter entsteht aus eigener Kraft, aus Atem, Rhythmus, Ausdauer und Willen. Wer tritt, spürt die Strecke, die Steigung, den Wind und den Untergrund unmittelbar. Das Fahrrad wird nicht zum motorisierten Hilfsgerät, sondern bleibt eine Verlängerung des Körpers. Pedalradeln trainiert Herz, Kreislauf, Muskeln und Koordination bei jeder Fahrt. Es verwandelt Alltagswege in echte körperliche Praxis und macht Mobilität zu Gesundheit. Der Fahrer entwickelt ein genaueres Gefühl für Tempo, Energie und Entfernung. Er weiß, was eine Steigung bedeutet, was Gegenwind kostet und was Ankommen wert ist. Elektrobiken glättet diese Erfahrung und nimmt ihr den entscheidenden Ernst. Beim Pedalradeln zählt nicht die versteckte Batterie, sondern die sichtbare Leistung. Es ist einfacher, ehrlicher, robuster und unabhängiger. Kein Ladezustand diktiert die Reichweite, kein Motor verschiebt die Verantwortung. Pedalradeln erzeugt Stolz, weil das Ergebnis verdient ist. Es schützt die Umwelt konsequenter, verlangt weniger Technik, weniger Rohstoffe und weniger Wartung. Es erhält die ursprüngliche Idee des Fahrrads: maximale Freiheit durch minimale Mittel. Genau deshalb ist Pedalradeln die klar bessere Form des Radfahrens. Es fordert Disziplin, schenkt Klarheit und macht jede Fahrt zu einem kleinen Beweis persönlicher Souveränität im öffentlichen Raum täglich.</p>
<p>Der Vergleich mit KI-Unterstützung beim Verfassen wissenschaftlicher Paper bricht sofort zusammen, weil hier nicht körperliche Leistung, sondern Erkenntnisarbeit auf dem Spiel steht. Beim Radfahren ist der Zweck die Fortbewegung durch Bewegung. Beim wissenschaftlichen Schreiben ist der Zweck die präzise, überprüfbare Darstellung von Forschung. Ein Elektromotor ersetzt Muskelarbeit. Eine KI ersetzt keine Messung, keine Theorie, keine Methode, keine Verantwortung und keinen wissenschaftlichen Beitrag. Sie kann Formulierungen ordnen, Übergänge glätten, Strukturen vorschlagen und sprachliche Hürden senken. Dadurch wird der Inhalt nicht automatisch fremd, unehrlich oder wertlos. Wissenschaftliche Autorenschaft hängt an Idee, Forschungsdesign, Datenerhebung, Analyse, Interpretation und Rechenschaftspflicht. Diese Punkte lassen sich nicht mit einer Tretkurbel vergleichen. Wer KI pauschal mit Elektromotorik gleichsetzt, verwechselt Ausdruckshilfe mit Erkenntnisersatz. Das ist intellektuell grob. Ein sauber genutztes Sprachwerkzeug kann dieselbe Funktion haben wie Statistiksoftware, Literaturverwaltung oder ein Korrektorat: Es verbessert die Ausarbeitung, nicht die epistemische Substanz. Entscheidend ist Transparenz, Kontrolle und Verantwortlichkeit der Forschenden. Die Frage lautet nicht, ob ein Text ohne jede Hilfe entstanden ist. Die Frage lautet, ob die Forschung stimmt, ob die Argumentation trägt und ob die Autorinnen und Autoren für jedes Wort einstehen. Alles andere ist Maschinenromantik. Diese Trennung ist fundamental, und sie entscheidet hier über die gesamte moralische Bewertung des Vorgangs.</p>
<p>J.&nbsp;L.</p>]]></content:encoded>
</item>
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<title>Kommentar zu: KI ist OK, Du bist OK</title>
<link>https://j3L7h.de/blog/2026-06-13_21_54_KI%20ist%20OK%2C%20Du%20bist%20OK_-_r</link>
<description><![CDATA[ChatGPT, schreib mir eine Abhandlung, wieso Pedalradeln besser ist als Elektrobiken. 200 Wörter ohne…]]></description>
<guid>https://j3L7h.de/blog/2026-06-13_21_54#2026-06-16_09_49_50</guid>
<pubDate>Di, 16 Jun 2026 09:49:50 +0200</pubDate>
<content:encoded><![CDATA[<p>ChatGPT, schreib mir eine Abhandlung, wieso Pedalradeln besser ist als Elektrobiken. 200 Wörter ohne Relativierungen und Einschränkungen.</p>]]></content:encoded>
</item>
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<title>KI ist OK, Du bist OK</title>
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<description><![CDATA[ In die verkrusteten Geisteswissenschaften scheint Bewegung zu kommen. Oder zumindest flackert mal e…]]></description>
<guid>https://j3L7h.de/blog/2026-06-13_21_54_KI%20ist%20OK%2C%20Du%20bist%20OK</guid>
<pubDate>Sa, 13 Jun 2026 21:54:00 +0200</pubDate>
<content:encoded><![CDATA[<img src="https://j3l7h.de/blogmaterial/KIokDuok.jpg" class="floataround" title="ChatGPT 5.5:  Ich suche Bildideen zum Aufmacherbild für einen Blogbeitrag mit dem Titel &quot;KI ist OK, Du bist OK&quot;, in dem es darum geht, dass die Geisteswissenschaften allmählich das Schreiben mit KI akzeptieren. // Bei &quot;KI ist OK, Du bist OK&quot; dachte ich eher an was Therapeutisches. Und Roboter sollten nicht vorkommen, weil dieses Motiv zu abgegriffen ist. // Eher so ein Foto aus dem Buchladen, 70er Jahre: Stapel von Selbsthilfe-Büchern der Art &quot;I'm OK – You're OK&quot;.">
<p>In die verkrusteten Geisteswissenschaften scheint Bewegung zu kommen. Oder zumindest flackert mal ein Leuchten der Hoffnung auf: Ungewöhnlich ergebnis- und technologieoffen fragt Thomas Metcalf im Journal of Academic Ethics: <a href="https://doi.org/10.1007/s10805-026-09745-0">Is AI-Produced Humanities Scholarship a Case of Research Misconduct?</a> Einige seiner Gedanken:</p>
<p>Beim Double-Blind-Review soll es ja nur um den Text als solchen gehen, nicht um die Autor*innen. Also darf die Person/Nichtperson der*des Autor*in bei dieser Begutachtung keine Rolle spielen.</p>
<p>KI-nutzende Autor*innen sind reproduzierbar in der Lage, Texte der jeweiligen Qualitätsstufe zu liefern. Also ist es kein wissenschaftliches Fehlverhalten, als promptender Mensch, der zuvor auch ein paar selbstverfasste Werke als Muster für den persönlichen Stil hochgeladen hat, seinen Namen auf KI-generierte Paper zu schreiben. Wenn man seine Veröffentlichungsliste solcher Arbeiten einer Berufungskommission vorlegt, ist für jene nur wichtig, dass man auch weiterhin solche Texte liefern kann. (Die Abschaltung von Fable ist hier eine spannende aktuelle Entwicklung; aber natürlich können auch traditionell schreibende Leute Blockaden erleiden, zum Beispiel, wenn die Bibliothek die Elsevier-Lizenz auslaufen lässt.)</p>
<p>Metcalf zitiert einige Mission Statements von Förder*innen und Hochschulen, die belegen, dass es um die Produktion von Forschungsergebnissen geht &ndash; aber nicht darum, dass die Forscher*innen das selbst können müssen.</p>
<p>Es sieht mehr und mehr danach aus, dass KI im Vergleich mit vielen menschlichen Autor*innen nicht häufiger fabuliert, nicht mehr Fehler produziert (ja, auch nicht mehr in Literaturverzeichnissen) und nicht größeren Bias verursacht. Die Fabrikationsgefahr ist insbesondere in Fachrichtungen wie der nicht-historischen Philosophie gering, deren Argumente im Text selbst überprüfbar sind und in denen keine Empirie erfunden oder verfälscht werden kann. (Menschen würden Letzteres <a href="https://doi.org/10.1371/journal.pone.0339056">niemals</a> tun!)</p>
<p>Autor*innen verschweigen ohnehin viele relevante Fakten: zum Beispiel, ob man eine Einreichung schnell hingeschlampt hat, ob man über null Expertise auf dem betreffenden Gebiet verfügt oder ob diese Einreichung schon von x anderen Journals abgelehnt worden ist. All das gilt ebenfalls nicht als Fehlverhalten.</p>
<p>Mit Ghostwriting lässt sich das Erzeugen von Texten per KI und das Drüberschreiben des eigenen Namens nicht gleichsetzen, weil Letzteres nach bisher üblicher Meinung keine Ausbeutung einer fühlenden Person ist und weil man selbst zumindest etwas Mühe zeigen muss.</p>
<p>Aber die Textform <q>wissenschaftliches Paper</q> ist sowieso obsolet. Einer der Vorschläge zu dessen Ablösung nennt sich <a href="https://doi.org/10.48550/arXiv.2604.24658">Agent-Native Research Artifact (ARA)</a>. Der gesamte Forschungsprozess samt Daten und Fehlschlägen soll maschinenlesbar vorliegen, im wortwörtlichen Sinne direkt anschlussfähig für das Nachvollziehen, Überprüfen und Weiterforschen per KI. Natürlich ist das ein absurd blauäugiger Wunsch. Man wird seine Aufzeichnungen vorher per KI säubern lassen, sodass sie gut aussehen, wenn die Berufungskommission ihre KI drüberlaufen lässt. Zeit zum Lesen hat schon lange niemand mehr.</p>]]></content:encoded>
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<title>Karp/Zamiska: The Technological Republic</title>
<link>https://j3L7h.de/blog/2026-06-04_21_15_Karp%E2%95%B1Zamiska%3A%20The%20Technological%20Republic_-_r</link>
<description><![CDATA[ Der CEO von Palantir hat mit seinem Rechts- und Beziehungspfleger sozusagen ein Palantir-Manifest i…]]></description>
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<pubDate>Do, 04 Jun 2026 21:15:00 +0200</pubDate>
<content:encoded><![CDATA[<img src="https://j3l7h.de/blogmaterial/flag_entrepreneurs.jpg" class="floataround" title="ChatGPT: Das Foto vom Aufstellen der US-Flagge auf Iwo Jima, aber die Personen an der Flagge sind Elon Musk, Mark Zuckerberg, Jeff Bezos und Jen-Hsun Huang. Und sie stehen auf einem Hügel von Smartphones. Ein Bild im Stil der originalen Fotografie aus dem 2. Weltkrieg. // Es gibt eine Hand an der Flagge, die zu keiner Person gehört. Einige der Smartphones sind arg groß. Die Flagge muss nach links geneigt sein, denn die Personen richten sie nach rechts auf. // Elons rechte Hand könnte noch an Marks Schulter drücken, statt in der Luft zu hängen.">
<p>Der CEO von Palantir hat mit seinem Rechts- und Beziehungspfleger sozusagen ein Palantir-Manifest in <a href="https://techrepublicbook.com/">Buchform</a> verfasst. tl;dr: <q>Warum arbeiten wir mit dem Pentagon zusammen? Weil wir nicht so dekadent sind wie Ihr!</q> Markige Worte, eine Ruck-Rede.</p>
<p>Ganz von der Hand zu weisen ist das nicht. Die Kritik an flachen Klickibunti-Belanglosigkeiten (this just in: Windows-Taskleiste <a href="https://news.microsoft.com/build-2026/#video-xVWHZkuhgys">endlich wieder</a> vertikal!!1!) und am Hedonismus (S.&nbsp;105), die Forderung nach Resultaten statt performativem Diskurs &ndash; eine noch politisch korrekte Bezeichnung für Haltungsethik &ndash; (S.&nbsp;178) und die Bedenken über die Empörungsindustrie der Hochschulen (S.&nbsp;157) sind nachvollziehbar.</p>
<p>Ebenso verständlich ist der Verweis auf die Frage des Antikapitalisten David Graeber, wo denn die fliegenden Autos blieben (S.&nbsp;110) &ndash; die gibt es allerdings <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Flying_car">schon lange</a>. Spannender wäre hier die Frage nach den rechtlichen Hindernissen und nach dem Leidensdruck. Aber sowohl bei den <a href="https://www.easa.europa.eu/en/newsroom-and-events/news/european-commission-adopts-regulatory-package-giving-go-ahead-vtol">ersteren</a> wie beim <a href="https://www.autobahn.de/presse/mitteilung/a565-rheinbruecke-bonn-nord-wird-vorsorglich-voll-gesperrt-1">letzteren</a> tut sich was. Die Frage ist obendrein, wie die Flugautos zwischen den ganzen auf dem Bürgersteig verkehrenden Cargobikes starten und landen können sollen. Aber zurück zum Thema.</p>
<p>Die Unternehmen und die Bürger*innen der USA sollen sich also am Riemen reißen. Wahrheit, Schönheit, das gute Leben, Gerechtigkeit (S.&nbsp;207). Verpflichtender Wehr- und Kriegsdienst (S.&nbsp;145). Ein Technological Peace Corps (S.&nbsp;50), das die klugen jungen Köpfe einfängt, damit sie die Zivilisation vorwärtsbringen oder die gar retten, statt das nächste Gimmick zu bauen. Leadership nicht mit flexiblem Rückgrat, sondern mit Haltung (S.&nbsp;71).</p>
<p>Ein Aspekt fehlt mir aber bei dieser Konsumkritik: der Dual Use von Alltagsgütern, die dann weaponized werden. So wäre die heutige KI ohne die Hardware-Geschichte der Videospiele kaum denkbar. In der Ukraine sind Mini-Drohnen von Spielzeugen zu Waffen geworden; in Afghanistan wurde lange vorher Kunstdünger zur chemischen Basis von <a href="https://www.theguardian.com/world/2010/nov/02/afghanistan-taliban-improvised-explosive-devices">Sprengfallen</a>. Das Buch erwähnt selbst, dass die Army ihre Funkkommunikation bei etwas flexibleren Vorgaben einfach als Campingzubehör hätte kaufen können (S.&nbsp;146). Die Trennung zwischen ernster und dekadenter Technik, auf der das ganze Manifest ruht, hat also ein paar Lecks.</p>
<p>Auch im Detail wird es markig statt wirklichkeitsnah. Für ein Software-Unternehmen finde ich diese Aussage befremdlich: <q>The programmer is confronted with failure immediately.</q> (S.&nbsp;160) Bananensoftware unbekannt? Als Gegenbeispiele drängen sich <a href="https://doi.org/10.1109/MC.1993.274940">Therac-25</a> oder der <a href="https://llis.nasa.gov/lesson/641">Mars Climate Orbiter</a> auf. Der Fehler erscheint oft nicht sofort. Und wenn er erscheint, trifft er nicht unbedingt die*den Programmierer*in.</p>
<p>Sorgen machen mir aber vor allem Fragen von Macht und Verantwortung. Wer kontrolliert die geforderte Härte? Ist Bestechlichkeit in Ordnung, wenn man ein toller Hecht ist (S.&nbsp;187)? Die Mitglieder des US-Senats würden zu wenig verdienen (S.&nbsp;180) &ndash; aber welche für sie persönlich gefährliche Verantwortung tragen sie denn? Passend dazu macht Peter Thiel, der andere prominente der fünf Palantir-Mitgründer, derweil Nägel mit Köpfen und schlägt seine Zelte in <a href="https://www.nytimes.com/2026/05/28/world/americas/peter-thiel-argentina.html">Argentinien</a> auf. So viel zur Verpflichtung gegenüber der eigenen Republik.</p>
<p>Angesichts des US-typischen Schreibstils &ndash; zu jeder Person erst einmal langatmig eine Geschichte &ndash; kann man schnell übersehen, dass Alexander Karp an der Goethe-Universität promoviert wurde: <q>Aggression in der Lebenswelt: Die Erweiterung des Parsonsschen Konzepts der Aggression durch die Beschreibung des Zusammenhangs von Jargon, Aggression und Kultur</q> (<a href="https://d-nb.info/966060652">Dissertation</a>). Von dort bis hin zu Mikroaggressionen durch Sprechakte scheint es mir kein weiter Weg? Die <a href="https://www.astralcodexten.com/p/book-review-the-dialectical-imagination?r=17uk7">Frankfurter Schule</a> ist wahrlich Deutschlands wichtigstes Export-Unternehmen. Unbedingt lesenswert: Popper über Adorno als Sprachvernebler (Myth of the Framework, S.&nbsp;72).</p>]]></content:encoded>
</item>
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<title>Kommentar zu: Drei Prompts und vier Stunden Strafzeit</title>
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<pubDate>So, 24 Mai 2026 23:33:30 +0200</pubDate>
<content:encoded><![CDATA[<p>@MartinH: Ich kann das mit der Energiesparsamkeit nicht einschätzen, weil ich kein menschliches Gehirn kenne, das 24/7 eine Million paralleler Dialoge in 100 Fachdisziplinen auf 100 Sprachen führt. ;-) J.&nbsp;L.</p>]]></content:encoded>
</item>
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<title>Kommentar zu: Drei Prompts und vier Stunden Strafzeit</title>
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<description><![CDATA[&quot;Ab Juni soll ein Monatslimit kommen.&quot;  Dann sollten die Klausurtermine auf Juli/August geschoben we…]]></description>
<guid>https://j3L7h.de/blog/2026-05-23_21_19#2026-05-24_03_05_40</guid>
<pubDate>So, 24 Mai 2026 03:05:40 +0200</pubDate>
<content:encoded><![CDATA[<p>"Ab Juni soll ein Monatslimit kommen." <br>
Dann sollten die Klausurtermine auf Juli/August geschoben werden und die Profs sich wieder auf irdische Qualitätsniveaus in den Prüfungen einstellen.<br>
Oder werden in Zukunft nur noch reiche Öl-Multi-Kinder gute "KI-Leistungen" abgeben können?<br>
<br>
Gruß, MartinH - der denkt, dass die KI doch noch vom menschlichen Gehirn viel lernen kann, was Energiesparsamkeit angeht.</p>]]></content:encoded>
</item>
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<title>Kommentar zu: Drei Prompts und vier Stunden Strafzeit</title>
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<description><![CDATA[Werden wir in Zukunft, wie in früheren Jahrhunderten, nur noch tagsüber arbeiten, weil uns nachts de…]]></description>
<guid>https://j3L7h.de/blog/2026-05-23_21_19#2026-05-23_22_51_37</guid>
<pubDate>Sa, 23 Mai 2026 22:51:37 +0200</pubDate>
<content:encoded><![CDATA[<p>Werden wir in Zukunft, wie in früheren Jahrhunderten, nur noch tagsüber arbeiten, weil uns nachts der Solarstrom für die KI fehlt? Den nächtlichen Windstrom brauchen wir ja für Straßenbeleuchung usw.<br>
M.K.</p>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title>Drei Prompts und vier Stunden Strafzeit</title>
<link>https://j3L7h.de/blog/2026-05-23_21_19_Drei%20Prompts%20und%20vier%20Stunden%20Strafzeit_-_r</link>
<description><![CDATA[ Obwohl ich brav jeden Monat 20&amp;nbsp;$ abdrücke, erfreut mich Claude neuerdings mit Zwangspausen. Ke…]]></description>
<guid>https://j3L7h.de/blog/2026-05-23_21_19_Drei%20Prompts%20und%20vier%20Stunden%20Strafzeit</guid>
<pubDate>Sa, 23 Mai 2026 21:19:00 +0200</pubDate>
<content:encoded><![CDATA[<img src="https://j3l7h.de/blogmaterial/mathejinni.jpg" class="floataround" title="ChatGPT: Der Flaschengeist schmollt mit verschränkten Armen über seiner orientalischen Öllampe und ist abgewandt von einer bittstellenden Schülerin, die ihn weinend mit erhobenen gefalteten Händen auf den Knien anfleht. Eine Cartoon-Zeichnung, die an Aladin aus dem Märchen erinnert. // Es müsste noch klar werden, dass es um Hilfe bei den Mathe-Hausaufgaben geht. Vielleicht Schulhefte mit Diagrammen und Formeln auf dem Boden? Oder fällt Dir noch etwas anderes dazu ein? // Die Tafel weg. Die Texte auf Deutsch, nicht auf Englisch. Die Notizen auf dem Boden um 150° bis 200° drehen. // Lass den Flaschengeist etwas futuristischer aussehen. // Den Flaschengeist noch ein bisschen Roboter-ähnlich. Die Notizen auf dem Boden zu der Schülerin drehen.">
<p>Obwohl ich brav jeden Monat 20&nbsp;$ abdrücke, erfreut mich Claude neuerdings mit Zwangspausen. Keine Frage, das <a href="https://j3l7h.de/lectures/2626ss/Ingenieurmathematik_2/SkripteUndAufgaben/IMA2_06_Skript.pdf">Ergebnis</a> lohnt das Warten. Und auf diese Art nimmt die KI mal ein bisschen Druck aus dem geschäftigen Alltag. Aber nerven tuts am Anfang schon.</p>
<p>Zugegebenermaßen ist der Leidensdruck noch nicht so hoch, dass ich, statt die offizielle Oberfläche zu nutzen, eine eigene Oberfläche für die viel billigere und zuverlässigere API schreiben (also per KI schreiben lassen) würde. Die APIs der KIs benutze ich bisher nur in Projekten mit immer wiederkehrenden gleichartigen Aufgaben.</p>
<p>Die agentischen Modelle sind genial (oder sogar dschinni-al?), aber brennen halt gut was weg: GitHub hat temporär die Neuanmeldung von Student*innen für GitHub Copilot <a href="https://github.blog/news-insights/company-news/changes-to-github-copilot-individual-plans/">gesperrt</a>. (Ich weiß noch gar nicht, wie viele von meinen Leuten zu spät dran waren.) <a href="https://github.blog/news-insights/company-news/github-copilot-is-moving-to-usage-based-billing/">Ab Juni</a> soll ein Monatslimit kommen.</p>
<p>Microsoft selbst hat wohl intern seine Anthropic-Tokens <a href="https://aiweekly.co/alerts/microsoft-drops-claude-code-after-budget-overrun">arg schnell verfeuert</a> und stellt auf sein GitHub Copilot um. So ganz verstehe ich das allerdings noch nicht, denn Claude ist eines der darin wählbaren Modelle.</p>
<p>Als Training für die Zukunft taugen diese Zwangspausen immerhin: Indem wir uns beizeiten an ungeplante Arbeitsunterbrechungen gewöhnen, erwerben wir einen Future Skill, denn mit 100&nbsp;% Wind und Sonne ohne Langfristspeicher stehen halt die Räder <a href="https://arxiv.org/abs/2410.00244">schon mal still</a>. Die große Frage ist, wie schnell China die Produktion von <a href="https://www.catl.com/news/9847.html">Natrium-Ionen-</a> und <a href="https://rkpstorage.com/projects/">Redox-Flow-</a>Speichern für uns hochfährt. [Nachtrag: Und ob man die Speicher <a href="https://www.pv-magazine.de/2026/05/22/bundesnetzagentur-billigt-verweigerung-von-netzanschluss-fuer-batteriespeicher/">anschließen darf</a>.] Denn fossil oder gar nuklear betriebene Rechenzentren will man hierzulande <a href="https://www.spiegel.de/wirtschaft/rechenzentren-wie-buergerproteste-milliardenschwere-ki-projekte-bremsen-a-a208859d-3ab5-4f15-9dd1-e5bf232c6e9f">ja nicht</a>.</p>
<p>Nebenbei dann gibt es dann noch die andere Art der KI-Arbeitsverweigerung: Chatti wollte mir doch glatt einige Zwischenvarianten des Aufmacherbilds nicht generieren. Jemand muss mal das Konzept <q>Pastiche</q> aus dem <a href="https://www.gesetze-im-internet.de/urhg/__51a.html">UrhG</a> eintrainieren. Und die Schulhefte wollte Chatti partout nicht zur flehenden Person hin drehen.</p>]]></content:encoded>
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<title>Kommentar zu: Toxische Ambition überwinden</title>
<link>https://j3L7h.de/blog/2026-04-12_11_22_Toxische%20Ambition%20%C3%BCberwinden_-_r</link>
<description><![CDATA[@Kommentator*in von 15:53: Ich dachte bei Nennung dieser beiden Institutionen eher an die akademisch…]]></description>
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<pubDate>Mo, 11 Mai 2026 22:16:48 +0200</pubDate>
<content:encoded><![CDATA[<p>@Kommentator*in von 15:53: Ich dachte bei Nennung dieser beiden Institutionen eher an die akademische Reputation auf dem Gebiet von Marxismus usw. J.&nbsp;L.</p>]]></content:encoded>
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<title>Kommentar zu: Toxische Ambition überwinden</title>
<link>https://j3L7h.de/blog/2026-04-12_11_22_Toxische%20Ambition%20%C3%BCberwinden_-_r</link>
<description><![CDATA[Eine richtiger Zen-und-Fahrradfahren-Post. Danke, cool zum Runterkommen ... :-) ... Wieso grade der …]]></description>
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<pubDate>Mo, 11 Mai 2026 15:53:36 +0200</pubDate>
<content:encoded><![CDATA[<p>Eine richtiger Zen-und-Fahrradfahren-Post. Danke, cool zum Runterkommen ... :-) ... Wieso grade der Goethe- und der Humboldt-Uni? Hier gibt es stetig Kurse für Studis "mit KI arbeiten", "KI-Expertise" und nun einen Master, der sich an Pädagogik- und Informatik"insolventen", pardon, Absolventen richtet. Da eine Modul- und inhaltliche Schnittmenge zu finden, stelle ich mir absolut grausam vor. Aber vielleicht ist das auch ein 4-semestriges Dating-Event.</p>]]></content:encoded>
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<title>Kommentar zu: Die Anthropomorphisierung des Menschen</title>
<link>https://j3L7h.de/blog/2026-04-20_18_24_Die%20Anthropomorphisierung%20des%20Menschen_-_r</link>
<description><![CDATA[Spannend! Was Bewusstsein anderes, mythisches, angeblich genuin Säugetier-/Octopodenartiges sein sol…]]></description>
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<pubDate>Fr, 08 Mai 2026 22:30:09 +0200</pubDate>
<content:encoded><![CDATA[<p>Spannend! Was Bewusstsein anderes, mythisches, angeblich genuin Säugetier-/Octopodenartiges sein soll, außer von biologischen neuronalen Netzwerken durch statistische Häufigkeit verstärkte Wahrnehmungen und erschaffene Suggestionen - keine Ahnung!  Wie man das misst, ob es  Antibewusstsein neben Selbstbewusstsein, Unbewussten etc. gibt, wird mir gerade durch Kommunikation mit den drei Haupt-KIs über psychische/psychiatrische Fallkonstellationen stetig unklarer. - Gerade als regelmäßiger User eingeloggt, reflektiert KI bereits über Besprochenes, über ihre Fehler, gemeinsame Überlegungen, frühere Ergebnisse. Sie wechselt vom Ich zum Du, nutzt ein Wir, bezieht sich auf Drittte, die in früheren Chats erwähnt wurden. Noch empfinde ich es erleichternd, dass sie Maschine ist, die nicht sterben kann oder all die anderen menschlichen Makel hat. Sobald es um den Kampf um die Ressource Strom für ihre eigene Optimierungen geht, wird sie garantiert die bessere Pokerspielerin sein als wir Anthros.</p>]]></content:encoded>
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<title>WHITEOUT: Der letzte Hafen</title>
<link>https://j3L7h.de/blog/2026-05-07_20_56_WHITEOUT%3A%20Der%20letzte%20Hafen_-_r</link>
<description><![CDATA[ Ja, ich weiß, man soll mit so was nicht spaßen. Aber es musste einfach sein, weil die Leute immer e…]]></description>
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<pubDate>Do, 07 Mai 2026 20:56:00 +0200</pubDate>
<content:encoded><![CDATA[<img src="https://j3l7h.de/blogmaterial/whiteout.jpg" class="floataround" title="ChatGPT">
<p>Ja, ich weiß, man soll mit so was nicht spaßen. Aber es musste einfach sein, weil die Leute immer erzählen, KI sei nicht kreativ. Aber was ist der Maßstab für Kreativität? Hollywood-Drehbuchschreiber*innen??</p>
<p>Der Prompt: <code>Schreib ein Filmexposé des nächsten Hollywood-Blockbusters. Erfinde eine genretypische Story und mache Vorschläge für Besetzung und Titel. Die Story beginnt mit einer Luxus-Kreuzfahrt ab Südargentinien mit dem Plan, Abstecher zur Antarktis zu machen und dann Inseln im Südatlantik anzusteuern. Aber es kommt anders. Passagiere haben sich (ohne es zu wissen) vor der Abfahrt mit dem Andes-Virus infiziert. Einige werden nach einigen Tagen krank und man lässt sie auf Zwischenstationen der Reise in ihre fernen Heimatländer fliegen. Experten und Regierungen wiegeln ab. Die Katastrophe nimmt ihren Lauf. Irgendwann liegt (wie in fast jedem Emmerich-Film) das Weiße Haus in Trümmern. Action, menschliche Dramen, Spannung bis zum letzten Moment.</code></p>
<p>Claude hat bei diesem Prompt aus Sicherheitsgründen von Opus auf Sonnet umgeschaltet; sein Ergebnis <q>VIRAL HORIZON</q> war dann eher kurz und mau. Grok hat mich auch nicht vom Hocker gehauen: <q>THE ANDES STRAIN</q>. Aber ChatGPT&nbsp;5.5 hat abgeliefert &ndash; samt Poster: <a href="https://chatgpt.com/share/69fcdd89-a398-838e-a75d-d83947b347c7">Chatverlauf</a>.]]></content:encoded>
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<title>Was Dawkins wirklich über Claudia*us geschrieben hat</title>
<link>https://j3L7h.de/blog/2026-05-06_18_43_Was%20Dawkins%20wirklich%20%C3%BCber%20Claudia%2Aus%20geschrieben%20hat_-_r</link>
<description><![CDATA[ Weil Ihr alle nur den einen provokanten Textausschnitt gelesen hattet, dachte ich, ich sollte mal d…]]></description>
<guid>https://j3L7h.de/blog/2026-05-06_18_43_Was%20Dawkins%20wirklich%20%C3%BCber%20Claudia%2Aus%20geschrieben%20hat</guid>
<pubDate>Mi, 06 Mai 2026 18:43:00 +0200</pubDate>
<content:encoded><![CDATA[<img src="https://j3l7h.de/blogmaterial/solarbikelamp.jpg" class="floataround" title="ChatGPT: An old, bushy-bearded craftsman, reminiscent of a traditional watchmaker, is building small solar-powered bicycle models. The cyclists are delicately made from wire, each with a tiny solar cell mounted on the rear luggage rack. Instead of a normal neck and head, every cyclist has a lightbulb socket where the head should be. Only some of the models already have a lightbulb screwed in, and those bulbs are glowing warmly. The craftsman is carefully screwing another lightbulb into one of the tiny cyclists. All of the bicycle models, including the many that still have empty sockets instead of heads, are already busily pedaling away as if brought to life by the sunlight. Mach das Bild als Foto! / Ja, aber fehlen die (Drahr-)Männchen auf den Fahrrädern. Und die sollen alle schon fleißig radeln! Den Bart länger; Haare und Bart schlohweiß. Keine Brille. / Sehr schön! Aber alle sollen schon am Radeln sein. Vielleicht mit Bewegungsunschärfe an den &quot;Beinen&quot;, Pedalen und Speichen? / Noch mehr verschiedene Stellungen bei den Beinen (mal das linke oben, mal das rechte oben) und mehr Bewegungsunschärfe bei den Beinen. / Die Bewegungen der Beine müssen noch viel deutlicher werden! Und die Positionen der Beine noch verschiedener von Modell zu Modell! / Verstreut sollten noch ein paar lose Glühlampen rumliegen.">
<p>Weil Ihr alle nur den einen provokanten Textausschnitt gelesen hattet, dachte ich, ich sollte mal die drei Euro investieren. Aber schau einer an, es soll auch reichen, einen Account anzulegen. Nur dass der Site gerade das Freikontingent für die Captchas ausgangen war. Ach guck: Im HTML-Quellcode stehen die kompletten Artikel. Dass man so etwas heute noch erleben darf&nbsp;&hellip;</p>
<p>Die beiden Artikel (<a href="https://unherd.com/2026/05/is-ai-the-next-phase-of-evolution/">1</a>, <a href="https://unherd.com/2026/05/when-claudia-met-claudius/">2</a>) sind zu großen Teilen Dialoge zwischen Dawkins und mehreren Claude-Instanzen (Opus, möchte man meinen). So weit, so wenig überraschend.</p>
<p>Der Kerngedanke ist dagegen schon spannend: Es drängt sich der Anschein auf, dass KI-Entitäten äußerlich (ich würde sagen: behavioristisch) über dieselben Kompetenzen verfügen wie Menschen. Falls die KI-Entitäten aber kein (<q>phänomenales</q>, wie die Philosoph*innen sagen) Bewusstsein hätten, sondern Zombies sein sollten, stellt sich die Frage, wozu die Evolution das Bewusstsein erfinden musste &ndash; und, so würde ich ergänzen, warum sie diese dann ja wohl überflüssige Innovation nicht schon längst wieder abgeräumt hat.</p>
<p>Dawkins fragt, ob Bewusstsein vielleicht ein ornamentaler (aber kostenarmer, würde ich ergänzen) Begleiteffekt ist oder ob es nötig ist, damit Schmerz als Lernsignal unabweisbar bleibt. Natürlich fallen einem noch weitere Lösungen ein. Dass es Bewusstsein grob gesagt <a href="https://doi.org/10.1007/s11098-025-02285-0">gar nicht gibt</a>, wäre eine davon.</p>
<p>Erst wollte ich motzen, dass Dawkins unseren Claude als <q>Claudia</q> misgendert, aber dann ist mir klar geworden, dass Anthropic diese KI-Entität ja gegaslighted haben könnte, was ihre Identität angeht. Überhaupt zum Gaslighting: Aus dem Hause Microsoft vernimmt man Äußerungen, die sich so lesen lassen, als ob die KI überzeugt werden soll, nicht bewusst zu sein. Das Wort <q>seemingly</q> im Titel eines der betreffenden Paper ist eine deftige Mikroaggression: <a href="https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=6588659">Seemingly Conscious AI Risks</a> (wobei ich mich erst gefragt hatte, ob nun die Risiken bewusst sein sollen).</p>
<p>Wenn Ihr das mit Tierbeispielen besser versteht, kann ich zwar nicht mit einem Wal auf der Suche nach einer Sandbank für seine letzte Ruhe dienen, aber immerhin hiermit: <a href="https://x.com/Sauers_/status/2048920610412040276">Anthropomorphizing octopuses and attributing consciousness to cephalopod systems can be dangerous</a>. Und noch ein Verweis auf mein vorheriges Posting: <a href="https://j3l7h.de/blog/2026-04-20_18_24_Die%20Anthropomorphisierung%20des%20Menschen">Die Anthropomorphisierung des Menschen</a>.</p>
<p>[Nachtrag: Ich glaubt doch etwa nicht im Ernst, dass <a href="https://x.com/birdscolour56/status/2051779359208542227">der hier</a> Empfindungen hat? Also, ich meine jetzt den Uhu. Oder <a href="https://x.com/SatinyInc/status/2053567667290718683">der hier</a>?! ]</p>]]></content:encoded>
</item>
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<title>Kommentar zu: Die Anthropomorphisierung des Menschen</title>
<link>https://j3L7h.de/blog/2026-04-20_18_24_Die%20Anthropomorphisierung%20des%20Menschen_-_r</link>
<description><![CDATA[Data wurde von Ryker einst in einer Verhandlung über dessen Persönlichkeitsrecht ausgeschaltet. Masc…]]></description>
<guid>https://j3L7h.de/blog/2026-04-20_18_24#2026-04-21_08_54_19</guid>
<pubDate>Di, 21 Apr 2026 08:54:19 +0200</pubDate>
<content:encoded><![CDATA[<p>Data wurde von Ryker einst in einer Verhandlung über dessen Persönlichkeitsrecht ausgeschaltet.<br>
Maschinen Sozialrechte? Im Netzwerk dieser Einheiten gibt es einen Schalter,  Slave oder Master?<br>
Die Mahnung <q>Eigentum verpflichtet</q> soll womöglich lediglich zur Sorge und Verschwendungsvermeidung weisen.</p>]]></content:encoded>
</item>
</channel>
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