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Ein Pflichtfach Informatik wird uns retten

2021-09-24 11:06

Ich höre gerade, dass ein Schul-Pflichtfach Informatik breitere Kreise in Kontakt mit diesem für unsere Zukunft so wichtigen Thema bringen soll. – Ja, in der Tat, so wie das Pflichtfach Mathematik; da klappt das seit Jahrzehnten wun! der! bar! Oder für mich das Pflichtfach Sport: Ich habe dort nachhaltig gelernt, dass ich nie, nie, nie wieder im Leben (Hoch|Weit|Bock)sprung oder gar Hürdenlauf betreiben werde.

Wo bleiben außerdem die für unsere Zukunft doch viel wichtigeren Pflichtfächer Marketing (Berufsziel: Influencer*in) und Steuerrecht? Und wenn das Salär den Bedarf des Arbeitsmarkts zeigt, wären Finanzwesen und Profifußball noch dringendere Pflichtfächer.

Überhaupt: Ein Pflichtfach, wie reaktionär ist denn das? Ich dachte, wir haben nur noch selbstbestimmte Lerner*innen in der Schule …

Siehe auch mein früheres Posting zu diesem Thema.

Kommentar vom 2021-09-24, 13:34

Klingt in meinen Ohren eher nach einer scheinheiligen Digitalisierungsmaßnahme. So werden alle Schüler:innen "digital".
Doch sind Pflichtfächer nicht eigentlich dazu da, eine gemeinsame Grundlage für eine weitere individuelle Spezialisierung zu schaffen?

Doch was ist dann am Informatikunterricht die Grundlage und nicht schon längst eine Spezialisierung? Muss jede:r Grundkenntnisse in Java o. ä. für den weiteren Bildungsweg erlernen? Klar, Computer und ihre Software sind für alle in dieser Gesellschaft wichtig. Aber muss auch jede:r neue Software entwickeln können? Ich denke nicht.

-jg

Kommentar vom 2021-09-24, 16:15

Is ja geil, wenn man dann in einem Informatik-Pflichtfach vorm PC sitzt und ausgedruckte (!) Zettel abtippt, auf denen sich Java-Code befindet, und am Ende der Stunde "Compilieren" drückt und sich freut, ohne auch nur einen Deut davon verstanden zu haben. So muss Digitalisierung.
-ein Leser

Kommentar vom 2021-09-24, 23:04

Tatsächlich wäre ich für ein freiwilliges "open year" (vor dem Abi; so in Klasse 11 von 13), bevor man in die Abschlussklassen kommt, zur Orientierung (z. B. Auslandsjahr, FSJ) oder eben "an der Schule" verschiedene "Open"-Bereiche kennen lernt: Open Source, Open Data (wie OpenStreetMap) und Open Education. Dort kann man Open-Source-Konzepte (SW, HW) verstehen und ausprobieren, Open Data nutzen oder generieren (z. B. mappen), oder Open-Education-Material verbessern/weiterentwickeln und selber als "LehrerIn" Stoffe vermitteln und sie dabei dann selber auch mal richtig verstehen.
Dazu noch handfeste Medien-"Kompetenz" (Datenschutz, Werbung, Geschäftsmodelle) erwerben/erarbeiten.

Da könnte man aus einem Strauß von 6-8wöchigen Einheiten wählen und Erfahrungen fürs Leben gewinnen.
Es wären dann Wahlpflichtfächer oder Pflichtwahlfächer - oder wie man die nennt.

Ein "Wahlpflichtfach" hört sich so komisch an - kurz vor der Bundestagswahl.
Gruß, MartinH

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