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Rechtskonforme Incentives für ein dauerhaftes Studieren

2018-12-13 20:22

Wie Großunternehmen ständig auf der Suche nach Steuerschlupflöchern sind, so sind Professorinnen und Professoren ständig auf der Suche, wie man es trotz der Akkreditierungsrichtlinien (nur eine Prüfung pro Modul, keine Prüfungsvorleistung) erreichen kann, dass nicht erst am Ende des Semesters intensiver studiert wird. Von einer besonderen Variante habe ich jüngst erfahren: Wer im Semester Übungszettel fristgerecht abgibt, erhält diese für die Dauer der Klausur als Hilfsmittel zurück. Als Rechtslaie nehme ich allerdings an, dass das nicht geht, ohne dass man mindestens eine Ausgleichsmöglichkeit für Krankheit oder Pflege von Angehörigen schafft.

Dabei kann es so einfach sein: Man bezahlt die Studentinnen und Studenten für das Studieren, zum Beispiel im Rahmen eines praxisintegrierten Studiums. Der Vertrag dafür ist großzügig gestaltbar, jenseits aller Akkreditierungsrichtlinien.

Kommentar vom 2018-12-13, 22:19

Welche Akkreditierungsrichtlinie verbietet denn Prüfungsvorleistungen? Mir fallen da diverse gerade erst akkreditierte Studiengänge ein, bei denen Prüfungsvorleistungen deutlich sichtbar und auch als solche deklariert in der Prüfungs- und Studienordnung stehen.
EW

Kommentar vom 2018-12-14, 10:56

@EW: Im aktuellen Studienakkreditierungsstaatsvertrag ist das nicht klar (mangels aktualisierter Auslegungshinweise?), aber hier schon: S. 6 in http://www.akkreditierungsrat.de/fileadmin/Seiteninhalte/KMK/Vorgaben/KMK_Auslegungshinweise_Laendergemeinsame_Strukturvorgaben.pdf
Das Absurde scheint mir, dass ausgerechnet die Systemakkreditierung einige Hochschulverwaltungen päpstlicher als den Papst werden lässt, was die Auslegung dieser Vorschriften angeht.

Kommentar vom 2018-12-14, 15:39

Wenn ein Modul nur aus Vorlesungen besteht, bei denen am Ende eine Leistung erbracht werden muss, dann ist das eben ein schlecht entworfenes Modul?
Üblicherweise ist die Gestaltung doch ohnehin VO + UE / LU, oder ist das in Deutschland grundlegend anders organisiert?
Hier wird es übrigens so ausgelegt, dass ein Modul auch in Teilprüfungen zerlegt werden kann: http://info.rub.de/sporga/modul-modularisierung
CS

Kommentar vom 2018-12-14, 17:43

@CS: Zu Satz 1: Das ist aber in Deutschland der rechtlich verordnete Normalfall, siehe den Link in meiner Antwort davor und den Studienakkreditierungsstaatsvertrag: ein Modul = eine Prüfung. Und die ist dann zwangsläufig am Ende.
Zu Satz 2: Ja, aber die Übungen werden nicht genügend mitgemacht, nicht zuletzt aufgrund der rechtlichen Schwierigkeit (siehe wieder den Link) von Prüfungsvorleistungen.
Satz 3: Wenn man eine großzügige Akreditierungsagentur hat oder wenn man sich das als systemakkreditierte Hochschule traut, kann man das versuchen. Es ist aber aufgrund der Vorgaben (siehe oben) problematisch und verlangt eigentlich lange Begründungen und viele Sonderregelungen: Wie und wann kann man Teilprüfungen wiederholen? Wie lange gelten bestandene Teilprüfungen? Müssen alle bestanden werden? ... Teilprüfungen in der Mitte des Semesters sind obendrein Bulimie on steroids, wenn die späteren Teilprüfungen nicht auch den in vorherigen Teilprüfungen bereits geprüftem Stoff abdecken.
J.L.

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