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Mathe, Deutsch und Kopfnoten

2019-05-19 12:33

Im Beruf kommt man mit den Grundrechenarten und der Prozentrechnung aus, es sei denn, man wird Mathematik-Lehrerin oder -Lehrer. Wozu also der Mathe-Unterricht? Vielleicht, weil die Mathe-Note eine besser quantifizierbare Kopfnote ist. Eine gute Mathe-Note drückt aus: Das Kind hat die Muße, die Ruhe, die (bezahlte?) Betreuung und ein gewisses Maß an Fleiß und Durchhaltevermögen, um sich auch daheim in geordneter Form mit Weltfernem zu beschäftigen.

Ähnliches gilt für die Sprache, insbesondere die (hand)geschriebene: Welches Kind hat die Muße und die Ausdauer und die Unterstützung der Eltern, um sich eine saubere Handschrift und korrekte Rechtschreibung anzueignen? Außerdem signalisiert der geschriebene Text der und dem Eingeweihten, wie viele und welche Bücher eine Person gelesen hat. Dieses Signal verliert allerdings in jüngster Zeit an Verlässlichkeit, weil hier und da akademische Sprachmuster wie "woraus sich ergibt, dass" eingeübt werden und damit kein Zeichen mehr für das Lesen sind.

Mit anderen Worten: Es geht nicht um Logarithmen oder um Hölderlin, sondern um Distinktion. Mehr dazu bei Bourdieu: nichtökonomisches Kapital.

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