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Meritokratie, ein Hütchenspiel

2019-09-24 11:28

In den USA merken einige Leute neuerdings, dass es mit der behaupteten Meritokratie der Bestenauslese durch Schule und Hochschule nicht so weit her ist: "[O]ur supposedly meritocratic system is nothing but a long con" (per Google-Cache). Wer die "richtigen" Eltern hat, wird immer im Vorteil sein.

Yale-Professor Markovits findet sogar, dass die vermeintliche Meritokratie inzwischen den (Halb-)Privilegierten selbst schadet, weil auch sie sich im Hamsterrad befinden und 70 Stunden die Woche arbeiten.

Hinter einer nicht ganz eisernen Paywall steht die Sammlung Is Meritocracy Hurting Higher Education?, zum Beispiel mit dem Beitrag "The Price of Merit – If it’s something the rich can purchase, it’s just another obstacle for the rest of us."

In Europa glauben wir dank Bourdieu ("Reproduktion") schon seit Jahrzehnten nicht mehr an solche Osterhasen. Und wie Kompass und Buchdruck stammt auch die Erfindung der Meritokratie aus China: Jeder (aber nicht jede) konnte an der Beamtenprüfung teilnehmen und sie bestehen – "anybody, that is, who had the time, means, money, books, and tutors to memorize the complete Confucian canon by rote." (Jenne)

Noch nicht gut beforscht zu sein scheint mir, inwieweit Schuldistanz / Resistance to Schooling und wahrgenommene Ungerechtigkeit zusammenhängen.

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