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Videos haben doch einen Nutzen!

2020-01-05 17:26

Nein, Mathe oder Physik oder Informatik lernt man daran bekanntermaßen nicht (außer als die videoproduzierende Person); das ist allenfalls ein Placebo-Effekt. Aber wozu sind Videos dann gut? Zwei Anregungen haben mich jüngst erreicht:

Erstens: Videos als Ruhepol in der überhitzten Medienwelt. Jüngst hatte ich aus anderem Grund die "Study with me"-Videos erwähnt. Die haben sicher parallel zur gruppendynamischen Illusion diesen Nutzen von Entspannung und Fokussierung. Irgendwer hat das vor längerer Zeit auch mal von meinen Videos zur Speziellen und zur Allgemeinen Relativitätstheorie behauptet. Die sind für Nicht-Physik-Lernende wohl ebenfalls "oddly satisfying". Formeln aufschreiben, Eiscreme herstellen, Sand schneiden – as you like it!

Zweitens: Dieser Call hat mich daran erinnert, dass man in Filmen auch stillschweigend lernen kann (ob von den Produzierenden beabsichtigt oder nicht). Was könnte das bei meinen Videos sein? – Das brachiale Runden? Der ostwestfälische Zungenschlag? Unbeschriftete Koordinatenachsen? Gleichungen kreuz und quer aufzuschreiben? Die (vermeintliche?) Sicherheit, das Klausurrelevante noch am Tag vor der Klausur "lernen" zu können? Dass an der FH mit Bruchrechnen angefangen wird? …

Kommentar vom 2020-01-05, 21:42

:-) Einer vielfach als sehr schön renommierten Stimme - die souverän über ihr Thema spricht, das Narrativ dramatisch aufbaut, zum Colmo führt und abklingen lässt - hört man einfach gerne zu. Beim Lernen macht das Spass ... vor allem, wenn man beim Videoschauen öfters mal einschläft ;-) Mir fällt immer wieder auf, dass Sie, wie man im NLP (hier ists neuro-linguistischen Programmieren) sagt, Rapport (die Menschen da abholen, ...) mit den Studies und dem Zuschauer aufbauen. Also, wenn Sie Sätze sagen wie "eine fürchterliche Funktion, schlimmer kann es kaum werden, 1000 andere Beispiele ..." dann vermittelt das dem Studie, dass selbst!!! ein habilitierter Matheprof dieses Gefühl der Leere im Kopf, des erschütternden Staunens angesichts formalisierter mathematischer Sprache kennt. Psychologisch & didaktisch grossartig. Auch vermenschlichende Bezeichnung mathematischer Prozesse als "lustig, komisch, nervig" sprich die Re-Emotionalisierung mathematischer Arbeit im classroom ist wohltuend.

Kommentar vom 2020-01-05, 22:03

"Die Videos aus der Loviscaχ (X als χ / Chí, gesprochen) ein Liebhaber des Marketings würde das vielleicht goutieren ;-), Assoziationen zu MalcomX oder Rapper kann man getrost ignorieren) sorgen auf anspruchsvolle Art für gute Laune und bieten ein charmantes, lebendiges Programm für Wiedereinsteiger ins mathematische Denkuniversum ..." :-) Zitat aus dem wissenschaftlichen Propaganda-Ministerium, wenn es dereinst von einer Cyborg geführt werde ...

Kommentar vom 2020-01-05, 22:08

Ihr Bruch-Vorrechnen tut soooo gut. Tiefen Entspannung. Erleichterung. Danke.

Kommentar vom 2020-01-05, 22:29

@Kommentator(in) von 21:42: Ich bin nicht habilitiert, sonst würde ich, wenn ich sowas sagen würde, sofort die Venia Legendi verlieren. – Re-Emotionalisierung: Die könnte man auch im Text statt im Video probieren. J.L.

Kommentar vom 2020-01-05, 22:39

Ich war mit den Videos eigentlich immer sehr zufrieden, und behaupte jetzt Mal dreist, dass ich auch davon auch Mathematik gelernt habe.
Natürlich nicht vom reinen Anschauen, aber vom Buch unters Kopfkissen legen ist auch noch keiner klüger geworden.
Cs

Kommentar vom 2020-01-05, 23:16

O wirklich? ;-) Erklären Sie das doch gerne mal bitte genauer, :-) denn Text ist alles, was wir gerade haben ... (auch im Sinne der Filmanalyse im Sinne Ch. Metz) :-) https://www.grin.com/document/8758

Kommentar vom 2020-01-05, 23:56

@Kommentator(in) von 23:16: Der übliche geisteswissenschaftliche Trick, die Begriffe ins Nichts aufzulösen, vereinfacht natürlich jede Argumentation extrem. Nennen wir den Stuhl also Wecker! J.L.

Kommentar vom 2020-01-06, 15:33

;-) So schön präzise drückt das selten jemand aus!!!!! "cerebralcores" Smiley"- ...Der "Trick" ist allerdings eine Methode, die verdeutlicht, dass Menschen einander jenseits der Mathematik niemals eindeutig verstehen können. Was weiß ich, was Sie mit Stuhl meinen, ;-) vielleicht kann man in der Schnittmenge unserer Ideen/Vorstellungen von Stuhl sitzen, aber möglicherweise eben auch nicht. :-)

Kommentar vom 2020-01-06, 19:31

Ihr Videos sind einfach mega geil. Die haben mir während der Schul- und Unizeit immer geholfen!

Kommentar vom 2020-01-06, 21:12

@Kommentator(in) von 15:33: Und wieso soll das in der Mathematik klappen? Egal, womit man anfängt, das Gebäude der Mathematik zu bauen, muss man, bevor man eine erste formale Sprache definiert hat, in normalen Worten sagen, mit was für gedachten Dingen man da welche Operationen ausführt und was die ganzen Symbölchen bedeuten sollen. J.L.

Kommentar vom 2020-01-07, 21:58

Sie machen das, andere müssen das -- Zitat: "erste formale Sprache definiert hat, in normalen Worten sagen, mit was für gedachten Dingen man da welche Operationen ausführt" -- scheinbar nicht. Oder meine Sie gar nicht die angewandte Mathematik auf Physik nicht anwendbare Inhalte? Auf ihre Ausführungen, Ihre Diskussion um formale Zeichensysteme, Prädikatenlogik und Semiotik als reiner Abfolge von sich aufeinander logisch beziehenden Zeichen (mit oder ohne Inhalt) bin ich gespannt. :-)

Kommentar vom 2020-01-07, 22:16

Oh, Monseigneur ;-) Loviscach, Sie sind wahrlich ein Rettungssanitäter auf dem Schlachtfeld der bachelorisierten, durch den "Bologna"-Prozess zugerichteten Hochschulmathematik.

Kommentar vom 2020-01-07, 23:09

@Kommentator(in) von 21:58: Ohne eine natürlichsprachliche und damit automatisch unsaubere Erklärung am Anfang kann es nicht gehen. Als Beispiel mal den Anfang von Principia Mathematica ansehen, also die Seiten, bevor nur noch Hühner mit Tinte an den Füßen über die Blätter gelaufen sind. J.L.

Kommentar vom 2020-01-13, 12:43

Ein Oberseminar zur "Principia mathematica", davon träumt man selbst an deutschen Unis doch nur, oder? Ja, ich weiß - Sie und der Flügel der Bielefelder Bib und Ihr Selbststudium der Analysis II noch während der Oberstufe. ;-) - aber nicht jed*r kann sich alleine solch einem Werk stellen! Das ist eben was "Neurodiversities" ausmacht (Definition): die vielen verschiedene neuronalen, mentalen Zustände der Aufmerksamkeit und Problembearbeitung (unabhängig von der sogenannten "intelligenz"), mentale Konfigurationen, die unterschiedlich intensive Unterstützung brauchen beim (Mathe-)Lernen oder was auch immer Lernen. :-) Schül*er mit Autismus und ADHS haben teilweise Einzelbetreuung, damit Sie überhaupt den Fokus, den man beim Lernen braucht, aufrecht erhalten können. Ritalin oder Neuroleptika oder mit was die Kids sonst gerne gefüttert werden, reicht da eben nicht aus ... Inklusive Grüße aus Rhein Main.

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