Home | Lehre | Videos | Texte | Vorträge | Software | Person | Impressum, Datenschutzerklärung | Blog RSS

Die Blog-Postings sind Kommentare im Sinne von § 6 Abs. 1 MStV. Der Verfasser ist Jörn Loviscach, falls jeweils nicht anders angegeben.

vorheriger | Gesamtliste | jüngste | nächster

Erste Woche Online-Lehre

2020-04-09 20:44

Eine neue Erfahrung: pures E-Learning mit regulären Studierenden. Erstaunlich waren für mich die Unterschiede zwischen den verschiedenen Jahren: Vom zweiten über das vierte bis zum sechsten Semester scheint die Neigung zur Mitarbeit per Audio und/oder Zeichnung/Chat/gesharetem Programmeditor drastisch zu sinken. Das ist natürlich bisher rein anekdotisch.

In related news: NRW-Sommersemester startet am 20. April als "Online-Semester".

Kommentar vom 2020-04-09, 22:23

Ich kann bestätigen, dass sich der Trend bei Post-Docs und Professoren fortsetzt. Aktuell sind Bachelor- und Masterarbeitspräsentationen nur online möglich und das Nachfragen/Unterbrechen hat definitiv sehr stark nachgelassen (von ca. zehn Fragen auf eine Frage pro Präsentation).
CS

Kommentar vom 2020-04-10, 19:04

In den ersten beiden Semestern ists noch nicht so peinlich, wenn einfache Zusammenhänge nicht korrekt wiedergegeben werden, weil das Wissen der Studierenden ja - prinzipiell zumindest - pro Semester zunehmen bzw. vertieft werden sollte. Und dann könnte es ja sein, dass sich Studierende, die sich nicht sicher genug fühlen, aus Angst, etwas Falsches zu sagen, dann lieber nichts sagen und die, die meinen, es sicher zu wissen, nichts sagen, weil sie die einzigen sind, die was dazu sagen können, und ihnen dann somit vielleicht so etwas wie langweilig wird? Können Sie mir folgen? :-D

Kommentar vom 2020-04-10, 20:40

@Kommentator(in) von 19:04: Jein. Fast alle waren (auf meine Bitte hin) mit Phantasienamen angemeldet und damit im Chat, beim Zeichnen und eigentlich auch per Audio pseudonym unterwegs. J.L.

Kommentar vom 2020-04-14, 13:08

Warum eigentlich die Phantasienamen? Schreibt man dann auch die Klausur als Alice, Parvati, Perelman oder Raskolnikoff?

Kommentar vom 2020-04-14, 15:43

@Kommentator(in) von 13:08: Falls jemand einen dieser Namen verwenden sollte, würde ich wahrscheinlich ohne Klausur die Note 1,0 vergeben. Just kidding. Nein, anonym, damit man sich sicher sein kann, dass ich nicht schon zumindest im Geiste geheime Maluspunkte für die Klausur notiere und dass die anderen Studis einen nicht mobben können (wahlweise wegen Dummheit oder wegen Strebertum; geradezu ein double bind). J.L.

Kommentar vom 2020-04-14, 21:09

Ist Mobbing innerhalb des analogen Klassenzimmers/Seminars wirklich ein Thema? Seufzen schnellere, bessere Studenten bei Fragen oder falschem Vorrechnen etwa, oder flüstern gar Beleidigungen? Und gibt es Hinweise, dass sich das im Virtuellen verschärft?

Kommentar vom 2020-04-14, 22:58

@Kommentator(in) von 21:09: Ja, Studenten (m). Und es muss gar nicht erst passieren; es genügt die Angst der potenziell Betroffenen, dass es passieren könnte. Ausgehend von dem, was ich in den "sozialen" Netzen und auf YouTube erlebe, gehe ich davon aus, dass sich dieses Phänomen im Virtuellen verstärkt. Analogie: Es ist viel leichter, auf den Triggerknopf zu drücken, wenn man Tausende Kilometer entfernt in Ramstein sitzt und nur einen weißen Fleck auf dem Bildschirm sieht. J.L.

Kommentar vom 2020-04-15, 13:40

Wie ließe sich das Mobbingsyndrom denn verändern? Wie disziplinieren Sie diese Ausreißer im Analogen? Zitieren Sie die Mobbenden ans Whiteboard und lassen eine wirklich schwierige, aber nicht als solche erkennbare, Aufgabe lösen? Oder appellieren Sie an das Gemeinschaftsgefühl der Angehörigen der Alma Mater? Was macht man gegen Mobbing?

Kommentar vom 2020-04-15, 14:58

@Kommentator(in) von 13:30: Im Analogen kann man missbilligend gucken oder etwas streng Ermahnendes sagen. Aber jede Aufmerksamkeit, die man diesem Phänomen widmet, macht es noch schlimmer, denn Aufmerksamkeit ist eines seiner Ziele. Und, wie geschrieben, für die Schere im Kopf genügt die reine Möglichkeit, ein chilling effect. J.L.

Kommentar vom 2020-04-15, 16:06

Wer als Studierender noch an Mobbing denkt, sollte sich überlegen, ob ein Studium das Richtige für ihn ist. Es werden ja häufig Führungskräfte in Universitäten ausgebildet. Eine hänselnde Führungskraft, na, das geht doch nicht. Falls Ihnen das ernsthaft begegnet, dann sollten Sie diesen Personen (den Mobbenden(?)) vielleicht mal ins Gewissen reden oder so. Ich dachte immer, Abitur ist mitunter eine Reifeprüfung.

Kommentar vom 2020-04-15, 20:51

@Kommentator(in) von 16:06: Ja, eine moderne Führungskraft sollte nicht offen mobben, sondern sollte die Kompetenz erworben haben, das "gewaltfrei" und mit plausible deniability ("Oh, du, da muss ich mich aber doll missverständlich ausgedrückt haben!") zu tun. Obendrein: Wenn die Hälfte eines Jahrgangs studiert, werden viele der Studierenden zu Excel-Eintipper*innen werden müssen. Oder halt, ist das vielleicht sogar die aktuelle Definition des Begriffs "Führungskraft"? J.L.

Kommentar vom 2020-04-21, 10:50

:-) Vor allem braucht man als als "Führungskraft", sprich als Professor, Humor ...

Kommentar vom 2020-05-05, 12:06

Ich finde es gerade großartig, Ihre Videos zum Lernen zu nutzen. Bei uns ist der Server oft überlastet und 90 Minuten zwischenzuspeichern schafft mein WLAN nicht. Schade, dass der Wissenschaftsminister "Anja" und nicht "Jörn" heißt.

Kommentar vom 2020-05-28, 16:20

Oh no! Das würde ich Ihnen nun wirklich nicht zumuten wollen. ;-) Die meisten Politiker heute machen doch den Job, weil [Rest wegen Beleidigungsgefahr gestrichen, J.L.].

Neuer Kommentar

0 Zeichen von maximal 1000

Ich bin die*der alleinige Autor*in dieses Kommentars und räume dem Betreiber dieser Website das unentgeltliche, nichtausschließliche, räumlich und zeitlich unbegrenzte Recht ein, diesen Kommentar auf dieser Webseite samt Angabe von Datum und Uhrzeit zu veröffentlichen. Dieser Kommentar entspricht geltendem Recht, insbesondere in Bezug auf Urheberrecht, Datenschutzrecht, Markenrecht und Persönlichkeitsrecht. Wenn der Kommentar mit einer Urheberbezeichnung (zum Beispiel meinem Namen) versehen werden soll, habe ich auch diese in das Kommentar-Textfeld eingegeben. Ich bin damit einverstanden, dass der Betreiber der Webseite Kommentare zur Veröffentlichung auswählt und sinngemäß oder zur Wahrung von Rechten Dritter kürzt.