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Lesen lehren lernen

2020-06-12 21:14

Language at the Speed of Sight (schon aus dem Jahr 2018; ich bin aber erst nun zum Lesen gekommen) ist vielleicht auch interessant wegen der Grundlagen zum Lesen und Lesenlernen, aber noch interessanter wegen der Rants gegen die Lehrer*innenbildung.

"The principal function of schools of education is to socialize prospective teachers into an ideology[.]" (S. 251)

Die heutige Lehrer*innenbildung ist ein Meta-Konstruktivismus: Nicht nur die SuS sollen entdeckend lernen, sondern auch die Lehrer*innen sollen entdeckend lernen, was sie mit den SuS machen sollen. (S. 254f)

"Whereas science is adversarial and theories compete, on the education side greater effort goes into maintaining a shared belief system." (S. 260) Mich deucht allerdings, dass Letzteres schon lange auch für andere Fakultäten gilt.

Der Begriff "Literacy" ist so wunderschön allgemein, dass man damit von Problemen beim Lesen ablenken kann. (S. 278)

Mit Diagrammen kann man unscharfe Aussagen wunderschön scheinbar anschaulich und exakt machen. Jede(r) kann dann daraus lesen, was sie/er will. (S. 301f)

Aber dann der Vorschlag, einfach noch einen weiteren Kurs zur Lehrer*innenbildung dazuzunehmen, um diese entscheidend besser zu machen. (S. 291) 🤦‍♂️

Eine in den Endnoten verstecke Perle: "Just as organisms are merely vehicles for passing along their selfish genes, books are merely the vehicles for passing along orthographic statistics!" (S. 317)

Kommentar vom 2020-06-17, 14:22

Klingt nach Zenons Schildkrötenparadoxon 🐢🚶‍♂️🐢🐢 🧍‍♂️🐢🐢🐢🐢🧎‍♂️🐢🐢🐢🐢🐢🐢🐢🐢, wenn Lehrer dann noch einen Kurs, um den Kurs zu verstehen, und dazu wiederum einen Kurs machen müssen, um die SuSen unterrichten zu können, und irgendwann sind die SuSen dann 18. 🐘🦏🦛 Das Ganze nennt man dann die Ideologie des permanenten Provisoriums. 🏗🧱🌋

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