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Sand im digitalen Getriebe

2020-07-27 10:54

Dieser Essay stößt mich auf die Frage, wie man möglichst viel Reibung im System erzeugen kann – also, technisch gesprochen, möglichst viel Entropie.

Man könnte in seinem Browser einen Web-Roboter laufen lassen, der zufällig irgendwelche Seiten besucht, sich in irgendwelchen Katalogen umguckt und irgendwelche Videos ansieht. Man könnte seine Studiengänge und Kurse an der Uni nach dem Prinzip Crazy Ivan* auswählen (aber nur mit echten Würfeln, nicht mit dem undurchsichtigen Zufallsgenerator auf dem Chip). Man könnte sein – angeschaltetes – Handy irgendwelchen Leuten mitgeben, die man auf der Straße trifft.

*Dieser Begriff ist historisch. Ich kenne keine Übersetzung ins politisch Korrekte.

[Nachtrag: Wie wäre es mit aleatorischem Unterricht? Am Anfang jeder Unterrichtsstunde würfelt man, welches Fach nun dran sein soll. Dann würfelt man eine Aufgabe aus einer großen Sammlung. Und am Ende der Bearbeitungszeit würfelt man, wer ihre/seine Lösung vorträgt.]

Kommentar vom 2020-07-27, 20:01

(1) Ist diejenige Ebene der Data-ism-(Auswertungs-)Struktur, in der Informatiker / human computer direkt Algorithmen der Auswertung "modellieren" könnten - also klassische Industriesabotage - nicht mehr zugänglich? (2) Oder fehlt es an Nerds, die ihre Intentionen der Aufrechterhaltung der menschlichen "Freiheit" camouflieren können, um auf diese beruflichen Ebenen aufzusteigen? (3) Der Robin-Hood-Typus des Snowden, Assange und anderer moderner Helden, die gefangengenommen oder ermordet werden, verschwindet der Ihrer Meinung nach eigentlich? (4) Oder gibt es sowieso kaum noch jemanden, der an vernunftbegabte Eiweisslinge (Stanislaw Lem) glaubt? (5) Gerade wurde ein Oberstaatsanwalt wegen Betruges & Korruption in U-Haft genommen; die ermittelte Summe liegt bei einer lächerlichen 1/4 Million. Wer dafür seine Karriere ruiniert ... Und dann diese Dauerbeleidigung menschlicher Intelligenz à la Trump & Co. Danke für den Artikel. Würde der Arbitraritätsbot in Ihrem Computer nicht dem Data-Analyzer auffallen? Grüße ishy

Kommentar vom 2020-07-28, 11:22

@Kommentator(in) von 20:01: (1) Zugänglich für wen? Für die anderen Internet-Firmen und die Geheimdienste sicherlich. (2) Siehe die unrühmliche Rolle der Ingenieur*innen beim #dieselgate. (3) Wer es bisher noch nicht wusste, sollte aber nun wirklich wissen, das so etwas lebensgefährlich ist. (4) Ich habe gestern auf Facebook von Leuten mit augenscheinlich technischer Ausbildung Hunderte an Lobeshymnen auf eine schwachsinnige Windturbinenkonstruktion gesehen. (5) Ja, der Bot müsste quasi adversarial vorgehen. J.L.

Kommentar vom 2020-07-29, 13:28

Merci, zugänglich: für dem Datenschutz ethisch verpflichtete Humanist-Nerds meinte ich (1) eigentlich, aber die Frage (1) wird eigentlich durch Ihre Antwort (3) geklärt. :-)

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