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Weniger üben, aber mit längeren Pausen

2020-08-09 11:44

"Spacing" ist eine bekannte Größe in der Lernforschung. Hier mal ein realistisches Experiment vom Anfang des "Introductory Calculus for Engineers": Die Spanne zwischen Wiederholungen auf ein oder zwei Wochen auszudehnen, bringt dort etwa zehn Prozentpunkte beim Test. Jeweils mehr Aufgaben zu rechnen, bringt dagegen nicht spürbar etwas.

Das ist jetzt nicht wirklich überraschend. Spannender finde ich, mal eine Zahl für das Vergessen zu haben: Bei den Studierenden, die alle Quizze gemacht haben und dann im Anschluss auch "Engineering Analysis I" besucht haben (also die nach traditioneller Lesart "besseren"), geht die Lösungsquote der (elementaren!) Aufgaben von 67 % am Ende des Semesters binnen vier Wochen auf 57 % herunter. Man kann sich vorstellen, was das auf die Dauer eines Semesters oder dreier Jahre bedeutet.

Das alles hat natürlich keine Bedeutung für reale Studiengänge bei uns. Die Studierenden wissen, dass man für die Bologneser Prüfungen ("Ein Modul, eine Prüfung!") am besten in den 24 Stunden vorher, äh, "lernt". Danach ist alles vergeben & vergessen.

Kommentar vom 2020-08-09, 15:44

Oh danke, ich habe auch den Eindruck, dass Pausen von 1, 2 Wochen hilfreich sind, während derer man kontextualisierende Inhalte lernt, aber "gelernte" Matheaufgaben ruhen lässt. Das Gehirn versucht, sich zu erinnern und verstrickt sich in Überlegungen der Anwendung des Mathematischen. Für Genaueres ist es mir gerade zu heiß.

Kommentar vom 2020-08-09, 22:24

Interessanter Beitrag. Meine Prüfungsvorbereitungen (jetzt nicht nur, aber z. T. auch auf Mathematik bezogen) hatte ich meist so organisiert, dass ich nach circa sieben Tagen immer wieder meine Inhalte wiederholt habe. Den Modus fand ich relativ gut so. Richtung Prüfungstag habe ich meist das Pensum auch etwas erhöht, so dass ich dann eher alle vier Tage meine Inhalte wiederholt habe.

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