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Bergstrom & West: Calling Bullshit

2020-09-09 14:11

Ein insgesamt sehr ordentliches Buch zum seit Jahrtausenden drückenden Thema. Ein paar Notizen beim Lesen:

Dass es helfen würde, wenn die MINT-Fächer die "interrogatory teaching practices" der Geisteswissenschaften aufnähmen (S. xv), wage ich stark zu bezweifeln, nicht nur wegen Sokal.

"Ten Ways That Experts Spot Quantitative Bullshit" (S. 22) wäre auch ein schöner Titel für das Buch gewesen.

Wo das Diagramm auf S. 26 herkommt und was die Zahlenangaben für "ideological orientation" zu bedeuten haben, wird mir auch mit Hilfe des Anhangs nicht klar.

Es hätte sich bei der Kritik an der berüchtigten Studie zur Kriminellen-Erkennung aus Fotos gehört, auch die Antwort der Autoren zu würdigen.

Die p-Werte kriegen das Fett weg, das sie verdienen. Allerdings scheinen sich die Autoren hier selbst zu verfangen: "The results obtained with the Large Hadron Collider would have had a 1 percent probability of appearing by chance even if there had been such a thing as a Higgs boson." (S. 219) Nebenbei bemerkt, glaube ich, dass die größere Gefahr bald nicht mehr von den p-Werten ausgeht, sondern von den SEMs. Da haben Nichtmathematiker*innen wirklich keine Chance mehr zu verstehen, was die Knöpfe tun, auf die sie drücken.

Am Ende (S. 260ff) wieder die übliche Sammlung an Tipps und Tricks, um Bullshit zu erkennen. Und wie immer (Kompetenzorientierung sei Dank!) fehlt der wichtigste Punkt: Wissen.

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