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Theorie und Praxis des Nichtwissens

2020-10-30 12:34

Eine neue aufstrebende Wissenschaft: die Agnotologie, schön zusammengefasst im Sammelband "Science and the Production of Ignorance". (Wieso kommt mir der Titel "Science and the Order of the Phoenix" in den Sinn?)

"If you don't like the science that's out there, create some of your own." (S. 33)

"But the ambition to neutralize fake dissent may encourage scientists to silence opposing views by institutional means (such as suppressing publication) or ostracize nonconformist rebels[.]" (S. 66)

"Can we sustain democracy and the planet too?" (S. 89ff) Die im Buch gegebene Antwort lautet: wahrscheinlich weder das eine noch das andere.

Weil im DSM-5 das Asperger-Syndrom gestrichen ist, verlieren die Betroffenen (typischerweise sozioökonomisch besser gestellten, S. 153) ihre Identität. (S. 150) Sowieso wird dieser Name gestrichen werden müssen.

Und natürlich Rumsfelds "unknown unknowns" weiter durchleuchtet, bis hin zu: "[...] radically opaque ignorance. In this situation, the ignorant person is incapable of even understanding the question of whose answer they are ignorant." (S. 222)

Zwei Sachen fehlen mir aber: erstens unvergleichbar gemachte Produkt- oder Service-Angebote (zum Beispiel Handyverträge), für die die Frage "Was ist besser?" kaum beantwortbar ist, zweitens das beliebte "Ist das klausurrelevant?", denn man will bloß nicht zu viel Wissen erwerben.

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