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Après moi, le déluge

2021-08-04 21:15

Wenn man sich die aktuelle Politik so ansieht, könnte man auf den Gedanken kommen, dass dahinter die Haltung steckt, dass es egal ist, wenn die Menschheit ausstirbt, schreibt Torbjörn Tännsjö (S. 14) in seinem Paper Who Cares? – The COVID­19 Pandemic, Global Heating and the Future of Humanity.

Bei der (dann zu Recht vom Autor verworfenen) Idee, dass vielleicht die USA weltweit alles Fossile aufkaufen und von dort an im Boden lassen könnten (S. 2f) fehlt mir, dass in so einem Fall die Aktienkurse der Fossilen sofort ins Unerschwingliche steigen würden: Man wäre als Investor*in ja dumm, diese Gelegenheit des Kaufs um jeden Preis nicht mitzunehmen. Das Paper hätte außerdem noch kurz die Frage aufwerfen können, ob nicht Jeff oder Elon … oder halt auch nicht, weil deren Kurse dann sofort ins Bodenlose spekuliert würden. Die Phantasiegröße "Marktkapitalisierung" errechnet sich halt aus dem Preis der zuletzt ver-/gekauften einen Aktie.

"[I] it is difficult to believe that a global democratic government is likely to emerge in time." (S. 4) – Warum bloß erwähnt der Autor hier nicht die EU-Kommission als vorbildliches Beispiel für eine staatenübergreifende Regierung?! Oh, wait.

Also dann wohl eine Ökodiktatur, wenn's überhaupt klappt? "The threat may be obviated through global despotism, of some sort, however. In this I have put, and do put, my hope. The hope, however, is feeble." (S. 13)

Oder doch "life boat ethics" (S. 15), um wenigstens ein paar zu retten (Jeff und Elon natürlich, und Peter im Bunker in Neuseeland). Das vielleicht – trotz identischen Konzepts – aus dem Religionsunterricht bekannte und damit sozial akzeptablere Wort "Arche" scheint der Autor übersehen zu haben. Hollywood hat diese, äh, Lösung aber schon längst in unser Unbewusstes geschrieben: 1, 2.

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