Home | Lehre | Videos | Texte | Vorträge | Software | Person | Impressum, Datenschutzerklärung | Blog RSS

Die Blog-Postings sind Kommentare im Sinne von § 6 Abs. 1 MStV. Der Verfasser ist Jörn Loviscach, falls jeweils nicht anders angegeben.

vorheriger | Gesamtliste | jüngste | nächster

Meine Kohle, deine Kohle

2021-09-28 11:23

Guter Punkt: Wenn es ein Kernanreiz des Kapitalismus ist, Gewinne zu privatisieren und Verluste zu sozialisieren, wie kann der dann jemals (ehrlich) grün werden?

The Myth of Green Capitalism

In totally unrelated news hat die Lokalpresse eine Landkarte veröffentlicht, welche Stadtbezirke vorgestern wie gewählt haben. Etwaige Korrelationen mit der vor einigen Wochen veröffentlichten Karte der (explodierenden) Immobilienwerte sind rein zufällig.

Kommentar vom 2021-09-29, 06:46

Stichwort: Weihnachtsmann

Kommentar vom 2021-09-29, 11:51

Hier wird mal eben kurz Umweltschutz umgedeutet hin zu (angeblich fehlende) Umverteilung und Ausbeutung der "most vulnerable": "[...] “green capitalism” [...] is not about substituting brown assets for green ones, but about sharing the losses that brown capitalism has imposed on millions and ensuring a future even for the most vulnerable.". Und wie sehr dies der Fall ist, kann man daran erkennen, dass 2011 zwar leider noch 990 (14%) Millionen Menschen weltweit in Armut lebten, dass sich aber 1970 dieser Anteil noch auf 2.218 (60%) belief! Der böse böse (Weihnachtsmann - Wolf - märchen- je nach belieben) Kapitalismus hat also dafür gesorgt, dass sich die Anzahl der Menschen in absoluter Armut weltweit von 60% auf 14 % reduzieren ließ. Ich weiß ... ist alles egal ... der Kapitalismus muss halt böse sein, weil das eben so sein muss ... AT.

Quelle (leider paywalled): https://de.statista.com/statistik/daten/studie/687520/umfrage/in-absoluter-armut-lebende-menschen-weltweit/

Kommentar vom 2021-09-29, 18:42

Mittlerweile glaube ich, dass das Wort "Kapitalismus" weitgehend sinnentfremdet auf unser Gesellschaftsform angewendet wird, denn unsere Marktwirtschaft ist keineswegs frei.
Erstens nutzt der Staat sein Gewaltmonopol, um Konkurrenz zu seiner Fiat-Währung zu verbieten. Das verzerrt den Markt deutlich zu Ungunsten der großen Mehrheit aller Menschen, denn jeder, dessen jährliche Gehaltserhöhung niedriger ist als die Realinflation, wird ständig enteignet.
Zweitens besteuert der Staat den Mittelstand und Geringverdiener extrem hoch, während irrwitzig profitable Konzerne, wie z.B. Amazon, Google, Blackrock etc. nahezu null Steuern zahlen. Das verzerrt den Markt natürlich in unheimlichen Ausmaß. Zusätzlich hat dies auch noch eine selbstverstärkende Wirkung, denn je profitabler und mächtiger ein Konzern, desto besser kommt er wiederum auch an staatliche Subventionen.

Mehr Kapitalismus - also ein freier Markt - wäre womöglich sogar sozialer und gerechter als die Ideen der Kapitalismusgegner?

Kommentar vom 2021-09-29, 19:57

Und diese Armutsreduktion gelang, obwohl sich die Anzahl der Menschen seit 1970 mehr als verdoppelt hat.
Das macht die Zahlen umso beeindruckender.
Und die Extrapolation dieses Trends weist ja auch eindeutig darauf hin, dass es in einigen Jahren keine Armut nach eben jener Definition mehr geben wird.
cherry picking geht halt nur im Frühling. Moment, irgendwo ist ja immer Frühling ...

Kommentar vom 2021-10-02, 11:31

@Kommentator*in von 2021-09-29, 11:51 usw.: Was ist der Preis einer intakten, geldlosen Dorfgemeinschaft? Was ist der Preis von Gesundheit? Und der nichtüberflutetem Grund und Boden? Im Übrigen siehe Global Absolute Poverty: Behind the Veil of Dollars. J. L.

Neuer Kommentar

0 Zeichen von maximal 1000

Ich bin die*der alleinige Autor*in dieses Kommentars und räume dem Betreiber dieser Website das unentgeltliche, nichtausschließliche, räumlich und zeitlich unbegrenzte Recht ein, diesen Kommentar auf dieser Webseite samt Angabe von Datum und Uhrzeit zu veröffentlichen. Dieser Kommentar entspricht geltendem Recht, insbesondere in Bezug auf Urheberrecht, Datenschutzrecht, Markenrecht und Persönlichkeitsrecht. Wenn der Kommentar mit einer Urheberbezeichnung (zum Beispiel meinem Namen) versehen werden soll, habe ich auch diese in das Kommentar-Textfeld eingegeben. Ich bin damit einverstanden, dass der Betreiber der Webseite Kommentare zur Veröffentlichung auswählt und sinngemäß oder zur Wahrung von Rechten Dritter kürzt.