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Losen statt Wählen

2021-11-09 19:40

Keine doofen Wahlplakate, keine hohlen Diskussionsrunden im öffentlich-rechtlichen Trash-TV, sondern einfach wieder losen. Das wäre doch einen Versuch wert? Aber ob die powers that be das mitmachen würden?

Nebenbei erinnert mich diese probabilistische Methode an den Umstand, dass ein (echter) Rechtsstaat das dicke Problem hat, vorhersagbar zu sein, und damit Tür und Tor aufmacht, um ge-game-t zu werden. Was wäre dagegen, wenn sich das Gericht auf eine (Bayes-)Wahrscheinlichkeit einigt, dass die*der Angeklagte schuldig ist – und dann mit ebendieser Wahrscheinlichkeit bzw. eins minus dieser Wahrscheinlichkeit ein Los aus der Menge {bestrafen, nicht bestrafen} zieht?

Kommentar vom 2021-11-10, 00:13

Spannend! Dieser "Zufalls"-Schutz gegen Manipulation erinnert mich ein bisschen auch an die Versuche, Gerrymandering mithilfe automatischer Polygone einzudämmen, aber auch dort stößt man damit halt nicht gerade auf Gegenliebe bei den Etablierten.
Für den deutschen Bundestag: "einen von insgesamt fünf Prozent der Sitze im Bundestag (momentan etwa 30 Sitze) durch Los einzunehmen" wird in diesem bpb-Artikel immerhin als rechtlich möglich beschrieben. Mehr als so ein kleiner Hybrid-Ansatz wäre politisch vermutlich eh nicht drin, aber schon den fände ich aufregend.

Kommentar vom 2021-11-10, 14:23

@Kommentator*in von 00:13: Die powers that be (die dort nach ihrer Ochsentour gelandet sind) fänden das wahrscheinlich ebenfalls sehr "aufregend". ;-) J. L.

Kommentar vom 2021-11-13, 18:11

Man könnte doch auch die akademischen Abschlüsse verlosen. Damit würde man viele bildungspolitische Ziele erreichen und gleichzeitig die Abbrecherquote senken, was vermutlich direkt die Evaluationsergebnisse hebt. Die dabei freigewordenen Ressourcen kann man nutzen, um das Akkreditierungswesen weiter zu stärken, dann leidet auch die Qualität nicht.
Gruss (dg)

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