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Eagleman: Livewired

2021-12-05 11:50

Pop-Neurowissenschaftler Eagleman beschreibt, dass das Hirn sich ständig gemäß den Anforderungen umbildet. Oder, na ja, in den ersten Lebensjahren bildet und umbildet und in den danach immer weniger (falls gerade in jemander*m meiner Generation der Schimmer einer Hoffnung aufgekeimt sein sollte), wie der Autor an diversen Beispielen zeigt.

Eine Verwechslung von Korrelation und Kausalität und eine tendenziöse Schreibe, die dem Qualitätsjournalismus ebenbürtig sind, finden sich hier: "[T]hey found that an area involved in language comprehension contained more elaborate dendrites in the college educated." (S. 19) Man hätte alternativ "quasi-neoplastic dendrites" schreiben können.

Dass Träume dazu da sein sollen, dass das Hirn nicht nachts seine Regionen der visuellen Verarbeitung für andere Jobs abräumt, (S. 45ff) ist eine sehr steile These. Daran wundert mich schon, dass Träume nicht nur visuell sind, sondern auch auditiv (zumindest bei mir).

In der Blase Stanford kann man dies vielleicht schreiben, ohne herzlich lachen zu müssen: "The internet allows students to answer questions as soon as they pop into their heads[.]" (S. 155) "Never before have we had the entirety of humankind's knowledge in a rectangle in our pockets[.]" (S. 156)

Den kannte ich noch nicht (S. 226f): Viele Synästheten sehen Buchstaben in den Farben des Magnet-Alphabets von Fisher-Price (Literatur). Das bringt mich auf die Frage, was Videospiele, aber auch Handys als solche den heutigen Kids antun.

Der langatmig vorgetragene Vorschlag, dass Geräte durch Ausprobieren lernen sollten, zeigt, dass der Autor das Trend-Thema Reinforcement Learning verpennt hat.

Die Vermutung, dass zwischen verbleitem Benzin und Straffälligkeit ein Zusammenhang besteht, (S. 245) ist nicht unumstritten. Aber man hätte hier mal "Und unser Mikroplastik?!" in den Raum werfen können.

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