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Die Blog-Postings sind Kommentare im Sinne von § 6 Abs. 1 MStV. Der Verfasser ist Jörn Loviscach, falls jeweils nicht anders angegeben.

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Die symbolische Mathematik der Unis

2021-12-12 11:51

Dass die Mathe-Inhalte an den Unis im Schnitt deutlich oberhalb von denen an FHs HAWs angesiedelt sind, ist altbekannt und gilt sogar für so hochtheoretische Studiengänge wie das Lehramt Primarstufe.

Allerdings darf man sich von den symbolischen Handlungen an der Tafel nicht blenden lassen: Auch die Unis können sich keine astronomischen Durchfallquoten leisten; also muss man undurchfallbare Prüfungen anbieten, Übungsaufgaben als Gruppenarbeit und so. Das habe ich schon vor 20 Jahren an einem anderen Ort hautnah miterlebt. Wie ich dieser Tage lernen musste, scheint sich daran nicht viel geändert zu haben.

Kommentar vom 2021-12-12, 12:06

Ich weiß nicht, was in anderen Studiengängen passiert, aber in der universitären Mathematik liegt die Abbruchquote meines Wissens seit Jahren konstant bei etwa 80 Prozent; davon hören die meisten bereits im ersten Jahr auf. Die können dann später alle nicht mehr durchfallen. Ich kenne ein paar junge Menschen, die gerade Mathematik studieren, und habe auch deren Klausuren gesehen. Die sind definitiv nicht "undurchfallbar" (und zu meiner Zeit waren sie das auch nicht).

Für Fächer, in denen Mathe "nur" ein (ungeliebtes) Nebenfach ist, kann ich die Aussage allerdings größtenteils bestätigen. Vielleicht mit der Einschränkung, dass die Prüfungen nur "nach menschlichem Ermessen undurchfallbar" sind. Es gibt nämlich immer wieder Studis, die selbst die einfachsten Prüfungen nicht bestehen, weil sie offenbar der Meinung sind, dass das halbjährliche Bezahlen eines vergünstigten Nahverkehrstickets ohne weitere Anstrengung automatisch zum Bachelor führt.

Kommentar vom 2021-12-12, 13:04

@Kommentator*in von 12:06: Hier ein Pro-Tipp: Eine einzelne Klausur sagt nichts; man muss immer auch die erlaubten Hilfsmittel (das Skript und die darin behandelten Aufgaben?) und die Klausuren aus den Vorjahren angucken. Die Altklausuren sind gerne nur minimal anders, was dann die aktuelle Klausur "nach menschlichem Ermessen" (danke für den Begriff!) undurchfallbar macht. J. L.

Kommentar vom 2021-12-12, 13:50

[Humorbefreiten Kommentar nicht veröffentlicht. J. L.]

Kommentar vom 2021-12-12, 17:00

@J. L.
Mein Erststudium (B.Eng.) war an einer HAW, mein Zweitstudium (B.Sc.) an einer Universität. Auf Grund von „Qualitätsunterschieden zwischen HAW und Uni“ konnte ich nur Mathe 1 anerkennen lassen und durfte Mathe 2 erneut belegen. Die „symbolischen Handlungen an der Tafel“ waren m.W. nach nicht beeindruckender, darauf hat man auch an der HAW großen Wert gelegt. Mathe 2 (aber auch 3) war deutlich leichter, sofern man einen Zugang zu Kommilitonen höheren Semesters und deren „Erfahrungsschatz“ hatte.

Kommentar vom 2021-12-12, 20:42

@Kommentator*in von 17:00: Die Begründung "Qualitätsunterschiede" hört sich für mich, gelinde gesagt, schwierig an, denn es dürfen nur die im Modulhandbuch gelisteten (also vermeintlichen) Kompetenzen verglichen werden. Man ist de iure verpflichtet, alles zu glauben, was da steht. Denn das wird ja bei der Akkreditierung gaaaaanz doll minutiös überprüft. J. L.

Kommentar vom 2021-12-13, 12:50

"Die Altklausuren sind gerne nur minimal anders."

Das ist nach meiner Erfahrung teilweise (aber nicht immer) der Fall, wobei Sie das bei Ihren Klausuren doch im Grunde genauso gemacht haben, indem Sie alle Altklausuren herausgeben und Inhalt und Aufbau der Klausur sehr ähnlich bleiben. Hilfsmittel waren bei mir damals (ebenfalls FH) nahezu nie erlaubt.

Kommentar vom 2021-12-13, 17:10

@Kommentator*in von 12:50: Inhalt und Aufbau schon, aber man hat mir schon (unaufgefordert) Klausuren von anderswo zugesandt, in denen die Aufgaben als solche von Jahr zu Jahr weitgehend identisch waren. Und ich weiß von Prof*innen, die ihre Aufgaben hüten wie ihren Augapfel (glauben sie), um die mehrmals stellen zu können. – Im Übrigen sind meine Altklausuren das Einzige, von dem ich weiß, dass es sicher gelesen wird, sind also ein relativ verlässlicher Kommunikationskanal. J. L.

Kommentar vom 2021-12-19, 19:56

Übungsaufgaben als Gruppenarbeit wurden in meiner Studienzeit durch die Anforderung studentischer Präsentation ergänzt. Weil niemand sich gerne als ahnungslos präsentieren will, sorgte diese Regelung für die aktive Mitarbeit aller Gruppenmitglieder.

Kommentar vom 2021-12-19, 21:48

@Kommentator*in von 19:56: "Weil niemand sich gerne als ahnungslos präsentieren will" – Heute hat man halt die Talk-Show-Kompetenz erworben, sich mit sicherem Auftreten trotz Minimalwissen durchzumauscheln. J. L.

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