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Sobek: non nobis – über das Bauen in der Zukunft, Band 1

2022-05-24 21:05

Eine detaillierte und gut mit Literatur unterfütterte Entrüstung über die Treibhausgas-Emissionen beim Bauen. Und danach. Und davor.

Einige spannende Statements (die ich noch nicht verifiziert habe): CO₂-mäßig ist eine Stahlbetonstütze sinnvoller, als einen Baum zu fällen, der noch eine Lebenserwartung von zwölf Jahren oder mehr hat. (S. 80) Einmal eingebaut gewesenes Holz darf nur noch verbrannt werden. (S. 89) Bambus besteht zu drei Vierteln aus Wasser; das muss bei der Weiterverarbeitung zu LBT energieintensiv ausgedampft werden. (S. 95) Flachglas aus Fensterglas wird größtenteils deponiert statt recyclet. (S. 100) Gips wird kaum recyclet, sondern wird zum Beispiel zu Sanierung von Uranschlammteichen nach Tschechien transportiert. (S. 120) Für landwirtschaftliche Fläche, die man in Deutschland (für Einfamilienhäuser?) aufgibt, muss in Brasilien die 3,5-fache Fläche (brand?-)gerodet werden. (S. 130) Jede*r Deutsche hat 4,6-mal so viel Verkehrsfläche wie Wohnfläche. (S. 133) Was soll passieren, wenn sich in den Millionenstädten der Welt die Trinkwasserversorgung nicht mehr aufrechterhalten lässt? (S. 150) Die gebaute Umwelt ist die größte Sondermülldeponie aller Zeiten. (S. 174) Pellet-Heizungen sind nicht ökologisch vorteilhaft, weil das CO₂ der Pellets vor den aktuellen Messungen aus der Atmosphäre entnommen wurde, also beim Verbrennen zusätzlich eingetragen wird. (S. 193) Nach GEG müssen für ein Gebäude auch dann Wärmedämmstandards nachgewiesen werden, wenn es vollkommen autark ist und keinen Kamin besitzt. (S. 194) Das Begasen von Holz in innerdeutschen Häfen mit Sulfurylchlorid bedingt einen Klimaschaden, der dem des innerdeutschen Flugverkehrs entspricht. (S. 261)

Das Layout erinnert schwer an Roy Lichtenstein. Das Papier scheint mir nicht komplett recyclet zu sein.

Kommentar vom 2022-05-25, 00:39

Gibt es eigentlich schon einen Bauführerschein für alle, die Bauherren (oder Baudamen) werden wollen? Einen Teil der Hausplanung müssten ja Spezialisten machen (wie die Statik).
Meist ist ja ein Architekt im Spiel (bisher auch ohne Bauführerschein - aber entsprechender Ausbildung - hoffentlich).
Aber wie viel Verantwortung darf/sollte man beim Bauen delegieren und welche Basics sollte man sich selbst beibringen, bevor man solche Dinge in die Welt setzt, die wahrscheinlich und hoffentlich länger ihren Dienst tun als der Bauherr/die Baudame leben wird. (Leider ist die Nutzungszeit vieler Gebäude heute nicht mehr so hoch wie uns einige jahrhundertealte Gebäude es zeigen.)
Gruß, MartinH - der gerne eine Nutzungszeit von 1000+ Jahren für seinen Neubau sehen möchte.

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