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Zeitaufwand fürs Studium

2019-04-19 22:11

Mal wieder Zahlen (auch) dazu, ob das Studium wirklich, wie es mit Bologna vorgesehen ist, ein Vollzeitjob ist: "Orte des Selbststudiums 2018" vom HIS HE.

Der mittlere selbstgeschätzte Zeitaufwand ist von 34,5 h/Woche im Jahr 2013 auf 30,5 h/Woche im vergangenen Wintersemester gesunken (S. 11). Die Breite der Verteilung ist dabei enorm (S. 13; gut, dass die mal diskutiert wird). Am besten studiert man Recht an einer FH (26,0 h/Woche, S. 15). Diese Zahlen beziehen sich dabei wohlgemerkt auf eine "typische Woche" (was auch immer die Antwortenden darunter verstanden haben mögen) des Vorlesungszeitraums, nicht aber auf die vier Monate Semesterferien.

Wie üblich sind die Zahlen nicht belastbar, weil es sich um retrospektive Selbstauskünfte handelt. Außerdem wurde keine gleichverteilte Stichprobe gezogen, sondern es wurden die Antworten gewichtet, um die Statistik nach Geschlecht, Hochschulart, Ost/West, Fächergruppe und Hochschulsemester geradezuziehen. Die durch all dies zu erwartenden Fehler diskutiert die Studie leider nicht. Fehlerbalken muss man vermissen. In der Physik lernt man: Eine Messung ohne Fehlerbetrachtung kann man sich schenken.

Kommentar vom 2019-04-20, 20:49

Es gibt eine tolle Studie zum Studienerfolg der FH Friedberg/Uni Giessen. Kennen Sie die??
Im Netz unter
Jutta Müller, Lea-Sophie Fleck, Larissa Weber
Evaluation des Zusammenhangs von schulischer
Vorbildung und Studienerfolg (ESUS)
Zentrale Ergebnisse
THM-Hochulschriften Band 8

Kommentar vom 2019-04-21, 10:00

Oh, danke für den Hinweis. Nein, die kannte ich bis eben nicht. Sieht beim ersten Durchlesen sehr interessant aus. Notizen beim Lesen:
* Die Ausrichtung an der Zahl der Credit Points ist praktisch, aber trotzdem zu diskutieren, weil am Ende gerne mal die Punkte von Mathematik oder technischer Mechanik oder Regelungstechnik aus den Anfangssemestern fehlen. Will sagen: Einige Credit Points sind kritischer als andere.
* Bitte keine p-Werte mehr, sondern allermindestens Konfidenzintervalle.
* Dass Zeitaufwand und Note komisch korrelieren, steht schon bei Rolf Schulmeister (Literaturverweis?).
* Ist es heute noch politisch korrekt, das Wort "Wissensvermittlung" zu benutzen? ;-)
* Mich wundert es, in dem Text nichts zum Thema Datenschutz zu finden: Wie war es überhaupt möglich, diese Studie gesetzeskonform durchzuführen?
* Zur Typografie: Absätze mit Erstzeileneinzug oder Absatzabstand visuell voneinander trennen.

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