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Was der Hörsaal kann, aber Zoom nicht

2020-12-16 22:41

Neuer Blick auf das Zu-sehr-Gewohnte und damit unsichtbar Gewordene in Form einer ethnografischen Studie zu den Affordanzen eines Hörsaals: Interaktion und Architektur: Was man über die Vorlesung aus dem Hörsaal lernen kann.

Das bringt mich auf Ideen, welche entscheidenden, aber bisher übersehenen Elemente in den virtuellen Veranstaltungsräumen fehlen: Erstens kann man sich dort nicht offensiv nach vorne setzen (ich will die 1,0) oder defensiv nach hinten setzen (ich bin eigentlich gar nicht da). (Man kann zwar entsprechend diesen Einstellungen handeln, aber das eben nicht auf so elegante Art an alle kommunizieren!) Und zweitens gibt es im Virtuellen keine engen Sitzreihen, aus denen man sich während der Veranstaltung allenfalls mit großem Aufheben befreien kann.

Die übrigen Kapitel des Buchs Lob der Vorlesung finde ich jetzt nicht so erwähnenswert. Aber trotzdem noch zwei Kommentare: "Was macht es Studierenden gegenwärtig so schwer, eine Vorlesung in einem Studiengang 'auszuhalten', den sie freiwillig gewählt haben?" (S. 5) Dieser Satz zeigt ein weit verbreitetes Missverständnis auf: Der Studiengang mag frei gewählt sein, aber vielleicht nicht der Umstand, studieren zu müssen.* – "Kritisches Denken setzt die Kenntnis des Kritisierten voraus." (S. 8) Neinneinnein, heute genügen dafür doch wohl die 21st-Century-Schlüsselkompetenzen!

*Nachtrag: Die Coronakrise führt auf dem Ausbildungsmarkt zu einer historischen Flaute

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