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Empirie dazu, wie eine Bank Geld erzeugt

2021-08-03 23:50

Ein Forscher hat ganz genau zugeguckt, was in seiner heimischen Bank insbesondere bilanztechnisch passiert, wenn er einen Kredit bekommt (N=1). Resultat: Ja, Banken erzeugen Geld aus dem Nichts. Das grandiose Paper ist schon sieben Jahre alt, aber ich habe es erst jetzt entdeckt: Can banks individually create money out of nothing? — The theories and the empirical evidence.

Jetzt hätte ich gerne ein Update, in dem empirisch untersucht wird, was passiert, wenn man Geld auf dem Konto stehen lässt: Welche Kosten hat die Bank wirklich – und was ist nur eine gute Gelegenheit, naive Kund*innen in den überhitzten Aktienmarkt zu drängen und dabei alle denkbaren Gebühren zu kassieren?

An anderer Stelle ruft mir der Autor wieder die größte Steueroase der Welt ins Bewusstsein: die ehrenwerte City of London Corporation.

Kommentar vom 2021-09-05, 15:54

Wild. Danke für's Teilen.

Ich komme noch nicht ganz damit klar, dass wirklich niemand das schon probiert haben soll. Es wirkt surreal. Aber die Abneigung gegen Empirie scheint ja wohl wirklich so stark verbreitet zu sein, denn selbst die Anhänger der Credit Creation Theory sind ja anscheinend zu keinem Zeitpunkt auf die Idee gekommen, ihre eigene liebgewonnene Theorie mal probeweise durch ein Experiment zu untermauern.

Gegen Ende des Papers: Der raue Umgangston hat mich überrascht, der da plötzlich links und rechts zitiert wurde.

Dass hier eine wohl bereits ungefähr richtige Idee wieder aktiv verlernt und vergessen wurde, ist natürlich besonders unangenehm.

"as a result, the leading forecasting models used by policy makers also do not include banks (Bank of England, 2014a)." Es gibt Sätze, die möchte ich wieder ent-lesen.

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